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Rohstoffaktien: Verschüttete Schätze

Der Rohstoff-Branche droht ein Ende des jahrelangen Super-Booms. Die Gewinne brechen ein, die Aktienkurse fallen zurück. Doch vereinzelt finden Anleger noch Grundgüter-Konzerne mit vielversprechenden Ertragsaussichten.

Arbeiter in einer Kohlemine: Die Bergbau-Branche erlitt zuletzt Rückschläge. Quelle: AFP
Arbeiter in einer Kohlemine: Die Bergbau-Branche erlitt zuletzt Rückschläge. Quelle: AFP

DüsseldorfDie Welt braucht dringend Rohstoffe wie Kupfer, Eisenerz sowie Energieträger wie Öl und Gas. Fondsmanager, Analysten und Anlage-Experten prophezeiten Aktien der Grundgüter-Branche daher eine glänzende Zukunft. Doch in den vergangenen Monaten haben sich viele Hoffnungen zerschlagen. Viele Bergbau-Aktien hinken der Entwicklung des Gesamtmarktes hinterher. Die Idee eines „Superzyklus der Rohstoffe“ scheint sich als Mär zu entpuppen. Doch wie schlecht ist die Lage wirklich? Und bieten sich vielleicht sogar günstige Einstiegschancen für Anleger?

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Tatsächlich verschreckte die erfolgsverwöhnte Bergbaubranche Anleger zuletzt mit Hiobsbotschaften. Gruben-Riesen wie BHP Billiton, Rio Tinto und Anglo American oder die brasilianische Vale erlitten im abgelaufenen Geschäftsjahr zum Teil dramatische Gewinneinbrüche oder türmten sogar Verluste auf.

Die größten Rohstoffkonzerne der Welt

  • Platz 5

    Anglo American

    Das südafrikanisch-britische Unternehmen verdient sein Geld vor allem mit Industrie- und Edelmetallen, Diamanten - und Kohle. Der Konzern erreicht einen Börsenwert von 45,4 Milliarden Dollar. Zu dem Portfolio gehört etwa auch der Diamantenschürfer De Beers. Anglo American ist der größte Platinförderer der Welt.

    Quelle: Bloomberg, Stand 10. Januar 2013.

  • Platz 4

    Xstrata

    Der Minenkonzern Xstrata ist der größte Zinkproduzent der Welt und hat sich mit dem berühmt-berüchtigten Rohstoffhändler Glencore zusammengeschlossen. Xstrata hatte an der Börse einen Wert von 55,1 Milliarden Dollar. Beide Unternehmen aus der Schweiz waren bereits eng verflochten. Glencore hielt rund 34 Prozent an Xstrata.

  • Platz 3

    Vale

    Der brasilianische Rohstoffkonzern Vale kommt auf einen Börsenwert von 107,9 Milliarden US-Dollar. Das einstige Staatsunternehmen verzeichnete ein rasantes Wachstum und stieg zum weltweit größten Förderer von Eisenerz auf. Zudem betreibt Vale die weltgrößte Eisenerzmine in Brasilien. In der Ferr Carajas-Mine werden 110 Millionen Tonnen Erz pro Jahr gefördert. Der Grundstoff für die Stahlerzeugung wird über rund 900 Kilometer per Eisenbahn in den nächsten Hafen gefahren.

  • Platz 2

    Rio Tinto

    Der britisch-australische Gigant rangiert auf Platz zwei der Eisenerzförderer. Das Traditions-Unternehmen mit zwei Hauptsitzen, in London und Melbourne, kommt auf eine Börsenwert von 111,6 Milliarden Dollar. Zudem betreibt Rio Tinto wichtige Kupferminen, wie etwa in West Australien. Die Anglo-Australier übernahmen sich 2007 fast am Kauf des kanadischen Aluminiumkonzerns Alcan und wurden selbst Ziel eines Übernahmeversuchs durch den Konkurrenten BHP Billiton.

  • Platz 1

    BHP Billiton

    Ein echtes Schwergewicht an der Börse mit einer Marktkapitalisierung von 199,7 Milliarden Dollar ist der britisch-australische Gigant BHP Billiton. Das Unternehmen betreibt Eisenerz- und Kupferminen, erweitert aber auch sein Geschäft etwa auf Schiefergasressourcen in den USA.

Jüngst meldete etwa der Minenkonzern Xstrata, dass der Reingewinn um 79 Prozent auf 1,18 Milliarden Dollar eingebrochen war. Der Schweizer Konzern will sich mit dem Rohstoffhändler Glencore zusammenschließen. Hier sank der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr um 75 Prozent auf eine Milliarde Dollar. Die Bergbauriesen ächzen unter steigenden Kosten, der weltweiten Konjunkturflaute und demzufolge schwachen Grundgüter-Preisen.

„Ein kräftiger Gegenwind schlägt den Minenkonzernen entgegen“, sagt Christian Gritzka von der Vermögensverwaltung Knapp Voith. „Die gesamte Branche rudert derzeit bei den Investitionen zurück. Viele Unternehmen, auch sehr große, stoppen Ausbaupläne oder stampfen sie ein.“

Goldnachfrage weltweit (in Tonnen)

  • 2003

    Schmuck: 2.484
    Barren und Münzen: 304
    ETFs: -
    Industrie: 386
    Zentralbanken: -620
    Gesamt: 2.594 Tonnen

  • 2004

    Schmuck: 2.616

    Barren und Münzen: 355

    ETFs: 133

    Industrie: 419

    Zentralbanken: -479

    Gesamt: 3.044

  • 2005

    Schmuck: 2.719

    Barren und Münzen: 396

    ETFs: 208

    Industrie: 438

    Zentralbanken: -663

    Gesamt: 3.098

  • 2006

    Schmuck: 2.300

    Barren und Münzen: 414

    ETFs: 260

    Industrie: 468

    Zentralbanken: -365

    Gesamt: 3.077

  • 2007

    Schmuck: 2.423

    Barren und Münzen: 435

    ETFs: 253

    Industrie: 476

    Zentralbanken: -484

    Gesamt: 3.104

  • 2008

    Schmuck: 2.304

    Barren und Münzen: 869

    ETFs: 321

    Industrie: 461

    Zentralbanken: -235

    Gesamt: 3.720

  • 2009

    Schmuck: 1.814

    Barren und Münzen: 780

    ETFs: 623

    Industrie: 410

    Zentralbanken: -34

    Gesamt: 3.593

  • 2010

    Schmuck: 2.017

    Barren und Münzen: 1.205

    ETFs: 382

    Industrie: 466

    Zentralbanken: 77

    Gesamt: 4.147

  • 2011

    Schmuck: 1.972

    Barren und Münzen: 1.515

    ETFs: 185

    Industrie: 453

    Zentralbanken: 457

    Gesamt: 4.582

  • 2012

    Schmuck: 1.908

    Barren und Münzen: 1.256

    ETFs: 279

    Industrie: 428

    Zentralbanken: 535

    Gesamt: 4.405

So verschiebt etwa der Branchenprimus BHP Billiton den milliardenschweren Ausbau der Kupfer- und Uranabbaustätte Olympic Dam in Südaustralien. Die Konzerne setzen auch an der Spitze an: Sowohl BHP Billiton, Rio Tinto als auch Anglo American tauschten in den vergangenen Wochen die Vorstandschefs aus.

Vor allem die schwächere Wirtschaftsentwicklung in China dämpft die Nachfrage nach Basismetallen wie Kupfer und Eisenerz – und drückt die Preise. Zudem sind viele, ertragreiche Minen zunehmend erschöpft. Die Konzerne müssen neue Vorkommen erschließen, die jedoch nicht mehr so ertragreich sind. Damit steigen die Kosten für Exploration und Erschließung.

  • 16.03.2013, 12:55 Uhrneulig

    Herr Andres,
    was Sie hier am Schluss schreiben ist eine Anlageempfehlung! Das ändert sich nicht dadurch, dass Sie im Nachsatz etwas anderes behaupten.
    Im übrigen haben die geannten Werte (insbesondere die letzten beiden) eine so geringe Marktkapitalisierung, dass man es sich lediglich um einen reinen "Zockerwert" handeln kann, wo vielleicht das Kapital ausgeht, bevor jemals überhaupt Edelmetall gefördert bzw. gewinnbringend verkauft wird. Sie vergleichen hier Melonen mit Erbsen. Im übrigen frage ich mich, wie Sie bei Ihren genannten Titel eine eigene Analyse vornehmen wollen, die Sie ja empfehlen. Fliegen Sie vor Ort und schauen Sie sich die Minenunternehmen an wie Fondsmanager bzw. deren Teams? Machen Sie Bodenproben prüfen Sie die logistischen Möglichkeiten vor Ort oder lesen Sie eine Werbeemail zu dem Wert, der Ihnen das blaue vom Himmel verspricht?
    Sind Sie gar der Verfasser solcher E-Mails?

  • 14.03.2013, 13:00 Uhrandres

    Ein interessantes und wichtiges Thema angeschnitten, aber dann auf Werbung zu Fonds umgeschwenkt. Naja!

    Es ist doch wohl klar, dass in volatilen und schwer vorhersehbaren Märkten und weltweit finanzwirtschaftlich schwierigen Zeiten, eine gewisse Marktbereinigung und -konsolidierung einsetzt. Noch zu entwickelnde Projekte, die auf Annahmen, Daten und Vorgaben beruhten, die jetzt nicht mehr Bestand haben oder deren Eintrittswahrscheinlichkeit einem erhöhten Risiko unterliegt, werden vorsichtiger Weise aufgeschoben oder gecancelt.

    Eine Rio Tinto, die das erste Mal in der Unternehmensgeschichte überhaupt einen Verlust (im jahr 2012) hinnehmen musste, wird sich voll und ganz auf den Kernbereich konzentrieren (die australische Eisenerzregion Pilbara) und bei anderen Assets den Verkauf dieser planen, um die eigenen Schulden senken zu können und/oder Cash für den Ausbau des Kernbereiches zu bekommen.

    Bei ArcelorMittal ist dies ähnlich. Letztens veröffentlicht, verkauft diese 15% der kanadischen Assets an asiatische Investoren, um ebenfalls Cash zur Schuldenreduzierung zu bekommen und zudem einen wichtigen Partner für den weiteren Ausbau des kanadischen Eisenerzgeschäfts zu gewinnen.

    In Fonds investieren würde ich aber nicht, da die entwicklung der im fond enthaltenen werte gemittelt wird und man nie überproportional von der entwicklung eines oder einer handvoll guten werten profitieren kann. Es gibt soviele börsennotierte Einzelwerte, deren fundamentalen Daten gut bis überragend sind und eine erfolgreiche Entwicklung versprechen, wenn die unternehmerischen Hürden in der weiteren Entwicklung erfolgreich gemeistert werden können. eine eigene Analyse ist hier unerlässlich.

    Aussichtsreiche Eisenerz-Werte sind z.B.:

    - New Millennium Iron
    - Champion Iron Mines
    - NSL Consolidated

    dies ist keine anlageempfehlung. jeder handelt eigenverantwortlich auf eigenes risiko.

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