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06.09.2008 
Regionalfonds

Afrika neu entdeckt

von Jürgen Grosche

Spätestens, seitdem China die Ressourcen Afrikas für sich entdeckt hat, beobachtet auch der Westen aufmerksam die Entwicklungen auf dem Riesen-Kontinent. Welche Chancen sich Fonds-Anlegern bieten.

Der Tafelberg in Kapstadt. Foto: dpaLupe

Der Tafelberg in Kapstadt. Foto: dpa

Es ist vor allem der Rohstoff-Hunger der Welt, der Afrika derzeit so interessant für die Wirtschaft und für Anleger macht. Denn der Kontinent ist reich an Öl und anderen Elementen, die die Industrie- und die aufstrebenden Schwellenländer so dringend brauchen. Ein paar Daten verdeutlichen dies:

Der Kontinent liefert zwölf Prozent der globalen Öl- und sechs Prozent der Erdgasproduktion. 48 Prozent der weltweiten Kobalt- und 20 Prozent der Titan-Lieferungen kommen aus Afrika, ferner 78 Prozent der globalen Platinproduktion. Die Hälfte aller Diamanten und ein Viertel der jährlichen Goldlieferungen werden in afrikanischen Minen abgebaut. 70 Prozent des Kakaos kommt aus Afrika (Quellen: DWS u.a.).

Der Kontinent lebt von den Rohstoffen. Sie machen fast 80 Prozent der afrikanischen Exporte aus (ABN Amro/Märkte & Zertifikate 18/2008). In der Chance liegen auch Probleme. Andere Wirtschaftssektoren sind oft unterentwickelt. Unter ungünstigen Konstellationen verstärkt diese Schieflage die Instabilität in vielen Ländern, die oftmals zu Katastrophen führt.

Nigeria zum Beispiel, einer der Big Player im Erdölgeschäft, habe es versäumt, die Wirtschaft zu diversifizieren, erklärt Gerd Bennewirtz, geschäftsführender Gesellschafter des Korschenbroicher Finanzdienstleistungsinstituts SJB FondsSkyline. Öl bestimme 20 Prozent des BIP, 80 Prozent des Staatshaushalts und 95 Prozent der Außenhandelsgewinne aus.

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Wer "Afrika" unter Investment-Gesichtspunkten nennt, meint meist drei größere Regionen: den Norden (mit dem Schwerpunkt Ägypten), "Sub-Sahara" (größtes Schwergewicht: Nigeria) und davon nochmals abgehoben das südliche Afrika (mit Südafrika im Fokus).

Anleger finden ein zunehmendes Investment-Angebot. So haben erst kürzlich die Fondsgesellschaften DWS und Franklin Templeton neue Afrika-Fonds auf den Markt gebracht. Der DWS Invest Africa (LC) (ISIN: LU0329759764) investiert "zunächst" - wie es von Seiten der Gesellschaft heißt - in Länder wie Ägypten, Tunesien, Marokko, Nigeria, Ghana, Kenia, Sambia und Südafrika. Der Franklin A(acc)USD (ISIN LU0352132103) hat den Nahen/Mittleren Osten und Nordafrika im Blick (Mena = Middle East/North Africa).

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