18 Bewertungen ***
30.06.2008 
Swap-basierte ETFs

An den Swaps scheiden sich die Geister

von Ingo Narat

Indexfonds ist nicht gleich Indexfonds, vor allem wenn es um die Inhalte geht. Hier ist eine heftige Debatte entbrannt. Es geht um Swaps und damit um Tauschgeschäfte. Von einigen Marktteilnehmern werden diese Produkte abgelehnt.

In vielen Fällen hält der ETF die seiner Indexstruktur entsprechende Zahl von Wertpapieren im Fonds. Das gilt jedoch nicht für sogenannte Swap-basierte ETFs, wie sie von der Deutschen Bank und teilweise auch von anderen Anbietern angeboten werden. Von einigen Marktteilnehmern werden diese Produkte allerdings abgelehnt.

Der alternative Ansatz setzt bei einigen Herausforderungen, die traditionelle ETFs beim Halten der effektiven Wertpapierbestände meistern müssen. Ein Index hat zwar eine stabile Struktur, er wird jedoch hin und wieder angepasst. Dann entstehen dem ETF Anpassungsaufwendungen über Handelskosten. Darüber hinaus kann die steuerliche Behandlung von Dividenden bei der Berücksichtigung im Portfolio Probleme bereiten.

Darüber hinaus werden Dividenden in manchen Ländern erst mit großem Zeitverzug gutgeschrieben. Das heißt: Der Fonds muss beispielsweise bei irischen Titeln 42 Tage, bei japanischen im Schnitt sogar 74 Tage auf die Gutschrift warten. So lange muss er auf die Wiederanlage der Ausschüttungen verzichten, während sie im Index bereits berücksichtigt ist.

In der Summe dieser Kosten können für den ETF Renditenachteile gegenüber der Messlatte entstehen. Für die Verfechter der Swap-Idee besteht deshalb die große Gefahr, dass der ETF sein wichtigstes Versprechen brechen muss: genau und stabil die Index-Performance widerzuspiegeln. Die Anbieter räumen die geschilderten Probleme dann durch ein Tauschgeschäft aus: Sie treten in einen Swap mit einem Partner ein, meist dem Mutterkonzern.

Im Kern werden alle Risiken auf den Swapanbieter abgewälzt, der die Indexperformance garantiert und den Gegenwert an den ETF zahlt. Die Problemlösung gibt es aber nur für das Eingehen eines Restrisikos. Und das würde sich dann materialisieren, wenn der Swappartner ausfällt, sprich die Bank in Schieflage gerät.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterAnzeige - Aktuelle Umfrage

Umfrage zum Thema "Bankpräferenzen" 

Welche Bankgeschäfte wickeln Sie privat online ab und wie zufrieden sind Sie mit dem Online-Angebot? Was erwarten Sie von Ihrer Bank? Unter allen Teilnehmern der Umfrage wird ein iPod nano (8GB) von Apple im Wert von 149 Euro verlost. Machen Sie jetzt mit! Hier geht es zur Umfrage WEB-Link


weiter Thema: Indexfonds

Credit Suisse emittiert Hedge-Fonds-Indexprodukt  Artikel in Merkliste

01.08.2008

Die Credit Suisse emittiert einen neuen Indexfonds, der Anlegern indirekt Zugang zu zehn Hedge-Fonds-Strategien ermöglicht. Artikel


Anzeige