Angst vor hohen Aktienbewertungen für die Titel seiner Branche hat der Verwalter nicht. Die Analysten sind mit ihren Preisprognosen für die Rohstoffe seiner Meinung nach viel zu konservativ und hinken mit ihren Anpassungen seit Jahren der Wirklichkeit hinterher. Dieses Phänomen hat auch die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young auf den Plan gerufen. "Die Analysten unterschätzen den Wert der Minen, die Preisprognosen lagen markant unter den tatsächlich erreichten Preisen", heißt es in einer aktuellen Studie im Rückblick auf die vergangenen Jahre. Sollten die Analysten ihr Verhalten ändern, müssten sie die Gewinnschätzungen für die Minen erhöhen, würden die Aktienbewertungen sinken.
Die fundamentale Knappheitslage bei den Rohstoffen trifft auf bisher kaum investierte Großanleger. Adressen wie der Stiftungsfonds der Universität Yale oder Pensionsfonds Calpers, der gerade eine drastische Aufstockung seiner Investitionen ankündigte, sind die Ausnahme. Banken wie Lehman Brothers schätzen das durchschnittliche Engagement auf rund ein Prozent des Vermögens oder geringer. So ist auch aus dem reinen Investment-Blickwinkel heraus wachsende Nachfrage zu erwarten. "Und was Gold im speziellen angeht, ist das vielleicht die am stärksten unterrepräsentierte Anlageklasse in den Depots", sagt Fondsmanager Hambro.
Großinvestoren investieren häufig direkt in Rohstoffmärkte. Kleinanleger mussten meist auf Aktien aus der Rohstoffbranche ausweichen - wenn ihnen auch jetzt alternativ die Banken Zertifikate auf Rohstoffe bieten. Zu den Vorteilen der Aktienvariante zählt der Hebel auf Rohstoffpreise: Kurse von Minenaktien steigen oft stärker als die Rohstoffe, von deren Verkauf die Minen leben.
In der jüngsten Zeit war dieser Hebel wegen der beschrieben Kostensteigerungen bei den Minengesellschaften zwar weniger zu spüren. Aber das wird sich nach Meinung von Hambro wieder ändern. Und er führt noch andere Argumente als Vorteile von Rohstoffaktien gegenüber einer Direktanlage ins Feld: "Aufkäufe können die Aktienkurse treiben, Minen zahlen außerdem Dividenden und können über höhere Produktion die Gewinne steigern."
