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04.10.2006 
DWS-Manager zieht in den Schwellenländern Brasilien Russland vor

Bric-Fonds leiden unter fallendem Ölpreis

Ein Ölpreis von zwischenzeitlich nur noch 59 Dollar, das war im Marktszenario von Thomas Gerhardt eigentlich nicht vorgesehen. Der für Schwellenländer-Investments verantwortliche Portfoliomanager der größten deutschen Fondsgesellschaft DWS sah die Notierungen "in einer Bandbreite von 60 bis 80 Dollar".

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HAMBURG. Doch die " Entwicklung der vergangenen Monate war sehr stark momentumgetrieben", begründet Gerhardt die überraschend deutliche Abwärtsbewegung und verweist auf das hohe Engagement von Hedge-Fonds. Wenn die Spekulation erst einmal abgeflaut sei, werde der Ölpreis aber sehr schnell in den erwarteten Korridor zurückkehren.

Auswirkungen haben die Ereignisse am Ölmarkt unter anderem auf den von Gerhardt betreuten Fonds DWS Invest Bric Plus, der im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 85 auf Schwellenländer spezialisierten Aktienfonds dennoch den vierten Platz belegt (siehe Tabelle). Der erst im Frühjahr 2005 aufgelegte Fonds setzt auf die aufstrebenden Volkswirtschaften in Brasilien, Russland, Indien und China. Die beiden erstgenannten profitierten in den vergangenen Jahren sehr stark vom 2001 einsetzenden Rohstoff-Boom. "Insbesondere in Russland haben wir unser Engagement aber mittlerweile deutlich zurückgefahren", sagt der DWS-Manager. In der Spitze waren dort bis zu 25 Prozent des Fondsvermögens investiert, aktuell sind es 15 Prozent.

Mit 30 Prozent relativ konstant hält Gerhardt dagegen den Anteil brasilianischer Aktien: "Brasilien wird auch künftig von hohen Preisen für Eisenerz oder bestimmte Agrargüter profitieren", begründet er. Auch Indien und China hätten nichts von der Fantasie verloren, die seit Ende 2004 zu einer wahren Gründungswelle von Bric-Fonds geführt habe. "Auf Sicht von fünf Jahren bleibt das ein Super-Investment", sagt Gerhardt.


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Anders als Gerhardt hat Nick Timberlake, Manager des drittplatzierten HSBC Bric Freestyle, viel Vertrauen in Russland. Den hohen Anteil russischer Aktien (28 Prozent) und des Öl- und Gassektors (31 Prozent) im Depot will er beibehalten. "Gazprom und Lukoil sind die größten Werte im Portfolio. Wir sehen keinen Anlass, das zu ändern", sagt Timberlake. Für Gazprom spreche unter anderem, dass das Unternehmen nach einer Neugewichtung nun größter Einzelwert im MSCI-Emerging-Markets-Index ist.

"Viele Fonds sind in Russland nach wie vor untergewichtet", sagt Timberlake. Wenn diese Lücke geschlossen werde, wirke sich dies begünstigend auf den russischen Aktienmarkt aus. Auch die im Vergleich zum Vorjahr um 39 Prozent höhere russische Geldmenge wirke stabilisierend. Mit dem HSBC-Fonds können Anleger allerdings nicht mehr in Russland einsteigen. Dieser ist wegen seines hohen Volumens seit Ende Juni für neue Mittel geschlossen.

Autor: Egon Wachtendorf, Der Fonds


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