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08.05.2008 

Aber nicht nur Paulsons Wohnsituation hat sich seit den Anfängen seiner Karriere deutlich verbessert. Nach den Lehrjahren bei Bear Stearns machte er sich 1994 mit einem eigenen Hedge-Fonds ein paar Mitarbeitern und zwei Mill. Dollar Einlagen selbstständig. In der Branche der Spekulanten galt Paulson lange Zeit als ernsthafter, solider und systematischer Analyst, zäh und ehrgeizig, aber auch ein wenig langweilig. Das hat sich gründlich geändert. Heute managt Paulsen & Co. zwölf Fonds mit Einlagen von fast 24 Mrd. Dollar. „Paulson hat nicht nur auf die richtige Strategie gesetzt, er hatte auch das richtige Timing“, sagt ein Londoner Hedge-Fonds-Manager. Das Timing sei vielleicht der entscheidende Faktor für die Mega-Rendite. Denn auf den Absturz des US-Immobilienmarktes hätten viele gewartet, aber viele hätten zu früh oder zu spät auf den Kollaps gewettet.

Auch Paulson hätte beinahe einen Frühstart hingelegt. Getreu seiner Devise „achte auf den Abwärtstrend, und der Aufwärtstrend erledigt sich von selbst“, suchte er nach einer Blase von deren Platzen er profitieren könnte. 2005 schien er am heißgelaufenen US-Immobilienmarkt fündig geworden zu sein. Paulson begann sogenannte Kreditausfall-Swaps aufzukaufen. Diese Derivate steigen im Wert, je mehr Hypotheken wegen Zahlungsrückstands zusammenbrechen. 2005 verlor Paulson mit dieser Wette noch Geld, 2006 begann sich sein Einsatz langsam auszuzahlen, und 2007, als die Welt in den Abgrund der Suprime-Krise taumelte, knackte er den Jackpot. „Mit Glück und Können hat Paulson für sich und seine Anleger ein Vermögen gemacht, jetzt muss er beweisen, dass er mehr als einen Trick beherrscht“, meint ein britischer Hedge-Fonds-Manager.

Paulson wettet weiter auf die Krise, auf eine Ausweitung der Verwerfungen am Immobilienmarkt auf Kreditkartenschulden und Verbraucherkredite. „Es ist noch nicht zu spät, um auf einen Abschwung zu setzen“, sagte er dem „Daily Telegraph“. Er glaubt, dass der Subprime-Sturm die Märkte noch drei Jahre in Atem halten wird.

Bei neuen Geschäften kann sich Paulson auf die Hilfe einer Finanzlegende stützen: 2007 engagierte er den Elder-Statesman der US-Geldpolitik, den Ex-Notenbankchef Alan Greenspan als Berater. Und hier zeigt sich, dass auch Paulson Sinn für Ironie zu haben scheint, ist Greenspan doch jener Mann, dessen lockere Geldpolitik viele für die Blase am US-Immobilienmarkt verantwortlich machen.

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