Hedge-Fonds und andere Anlageklassen wachsen immer stärker zusammen. Angesichts dieser Entwicklung sagen Experten der Branche eine große Zukunft voraus.
LONDON. In den kommenden Jahren wird sich dabei nicht nur die Grenze zwischen Hedge-Fonds (spekulative, unregulierte Fonds) und Private Equity (Beteiligungsfonds) verwischen. "Auch die Branche der traditionellen Investmentfonds wird sich immer stärker auf Hedge-Fonds-Strategien stützen", prognostiziert Klaus Hornberg-Wilhelm von Sal. Oppenheim.
Eine solche Entwicklung wird der Hedge-Fonds-Branche Experten zufolge kräftige Impulse vermitteln. "Wir glauben, dass Hedge-Fonds in Deutschland eine große Zukunft haben", sagt Detlef Bierbaum, persönlich haftende Gesellschafter beim Sal. Oppenheim. Die Kölner Bank ist mit rund 130 Mrd. Euro größter konzernunabhängiger Vermögensverwalter in Deutschland.
Bierbaum rechnet damit, dass institutionelle Investoren hier zu Lande den Anteil dieser innovativen Anlageklasse in ihren Gesamtportfolios in den nächsten beiden Jahren von derzeit ein Prozent auf drei Prozent aufstocken werden.
Während Hedge-Fonds in Deutschland noch eine geringe Rolle spielen, feiern sie in anderen Weltregionen - vor allem in den angelsächsischen Staaten - seit Jahren Erfolge. Dies sei daran zu erkennen, dass die Branche seit Ende 2000 weltweit um 72 Prozent jährlich gewachsen ist, sagt Emanuel Arbib, Gründer von Integrated Asset Management. Die USA seien weiter dominierend. Von den durch Hedge-Fonds weltweit verwalteten Geldern in Höhe von 1 300 Mrd. Dollar entfallen nur 350 Mrd. Dollar auf Europa und davon wiederum weniger als ein Zehntel auf Deutschland.
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Das liegt unter anderem an regulatorischen Hürden hier zu Lande. Oppenheim-Chef Bierbaum ist sich allerdings sicher, dass diese künftig niedriger werden: "Die Finanzaufsicht BaFin hat die im Hinblick auf die steuerliche Transparenz von Hedge-Fonds angelegten Fesseln zuletzt bereits etwas gelockert."
"Hedge-Fonds nehmen Risiken aus dem Portfolio" sagt Bierbaum. Nichtzuletzt aus diesem Grunde hat sich Sal. Oppenheim mit 27 Prozent an der Londoner Hedge-Fonds-Gesellschaft Integrated Asset Management beteiligt. Mit den rund 300 Mill. Euro, die bei ihr in Hedge-Fonds investiert sind, will die Bank in den kommenden Jahren "steil nach oben", wie Bierbaum in London ankündigte.
Bierbaum begründet sein Plädoyer für Hedge-Fonds unter anderen mit Rendite-Aspekten. Er weist darauf hin, dass die Versorgungskassen der großen US-Universitäten Yale, Harvard und Stanford in den vergangenen zehn Jahren überdurchschnittliche jährliche Renditen erzielten. Und das nicht zuletzt wegen des hohen - zwischen 12 und 25 Prozent liegenden - Anteils an Finanzprodukten mit Absolute-Return-Ansatz wie Private Equity und Hedge-Fonds.
Auch Jochen Wermuth, Gründer des Hedge-Fonds Wermuth Asset Management, glaubt an den Siegeszug des von Hedge-Fonds realisierten Absolute-Return-Konzepts auf dem deutschen Markt. Bislang sei Deutschland in Sachen Alternativ-Investment allerdings ein Entwicklungsland, kritisiert er.
