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05.02.2008 
Attraktive Investments

Energie bringt gute Rendite

von Ingo Narat

Im Grunde muss ein Mischfonds langweilig sein. Immer die passende Mischung aus Aktien, Anleihen und Cash finden, das ist wenig sexy. Sollte man meinen. Es geht aber auch anders, wie ein Fondsmanager jüngst bewies. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

Auch im erfolgreichen Blackrock Global Fund spielen Energie und Rohstoffe eine tragende Rolle. Darüber hinaus ist das Produkt erstaunlich "sexy" für einen Mischfonds. Foto: dpa

Auch im erfolgreichen Blackrock Global Fund spielen Energie und Rohstoffe eine tragende Rolle. Darüber hinaus ist das Produkt erstaunlich "sexy" für einen Mischfonds. Foto: dpa

FRANKFURT. Dennis Stattman, Manager des großen amerikanischen Verwalters Blackrock, schlägt mit seinem Produkt regelmäßig viele Konkurrenten. „Die Wertentwicklung des Fonds macht einen starken und stabilen Eindruck“, urteilt Philip Haddon, Analyst bei der Fondsratingfirma Citywire in London.

Stattman steuert seit rund zwei Jahrzehnten den „Global Allocation Fund“. Das Erfolgsrezept bündelt er in einem Schlagwort. „Wir sind Value-Investoren“, unterstreicht er in einem Handelsblatt-Gespräch. Mit anderen Worten: Der Blackrock-Experte sucht nach preiswerten Aktien.

Zu den Anlageschwerpunkten zählen Dividendenwerte, asiatische Titel, rohstoffbezogene Aktien, darüber hinaus Cash und inflationsgeschützte Anleihen. „Der Fokus auf Fernost und Energie hat viel zur hohen Wertentwicklung beigetragen“, bemerkt Michael Herbst von der Fondsratingfirma Morningstar in Chicago. Insgesamt stecken in dem Fonds über 500 Einzelpositionen. So breit gestreut ist kaum ein Konkurrent.


Tabelle  Infografik: Fonds unter der Lupe


Das vergangene Jahr war spektakulär für Stattman. Er sammelte zehn Mrd. Dollar an neuen Geldern ein. Momentan verwaltet er 42 Mrd. Dollar mit seiner Strategie, vor zwei Jahren waren es erst 18 Mrd. Dollar. Vom Gesamtkapital entfallen allein 15 Mrd. Dollar auf den Luxemburger Mischfonds. Den gibt es unter anderem in einer Dollartranche und als Euro-Portfolio, das gegen Wertverluste durch eine fallende US-Währung gesichert ist.

Rund 55 Prozent der Gelder stecken jetzt in Aktien. Satte 15 Prozent beträgt die Cashquote - das ist viel. Angst vor „großen Wetten“ hat Stattman demnach nicht. Er ist einfach vorsichtig, weil er bei den Aktien noch Probleme sieht. „Möglicherweise müssen die Schätzungen für die Firmengewinne stärker gesenkt werden, als die Analysten es sich derzeit noch vorstellen können“, sagt er.



Lesen Sie weiter auf Seite 2: Lob für mutiges Investment

Immerhin erkennt er zwei positive Entwicklungen für seinen Heimatmarkt USA: „Die Bewertungen sind nicht sehr hoch, und die Notenbank senkt sehr offensiv die Zinsen.“ Einen Blick in die Kristallkugel will er aber nicht wagen. „Wir können nicht prognostizieren wie lange noch wie weit es abwärts geht.“ Als Value-Investor sucht Stattman nach typischen Rettungsankern: „Bei Käufen heute setzen wir auf Unternehmen mit hohen Dividendenrenditen und nachhaltigen Gewinnentwicklungen.“

In den USA hat er immer noch vergleichsweise geringe Anteile der Fondsgelder, es sind jetzt 23 Prozent der 55-prozentigen Quote. erhöht sie aber. Diesen Anteil erhöht Stattman zurzeit. Im Branchenraster fallen Finanzwerte bei ihm allerdings durch. „Die sind wegen der Gefahr negativer Überraschungen immer noch sehr risikoreich.“ Vorsichtig ist er auch für die Sektoren Hausbau, Einzelhandel, Konsumgüter.

Von der Hausse der Rohstoffpreise der vergangenen Jahre hat Stattman ebenfalls profitiert. "Bei Energie und Grundstoffen haben wir zwar die Quoten jetzt etwas gesenkt, sind aber weiter übergewichtet." Zu den größten Positionen zählen ein börsengehandelter Goldfonds, Total, Petrobras, General Electric und Microsoft, auf der Anleiheseite inflationsgeschützte Titel.

Morningstar gibt dem Fonds gute Noten. Auch die Konzentration auf Währungen außerhalb des Dollar-Raumes bei der Cashposition, etwa im Euro, Yen oder in anderen asiatischen Währungen, findet Zuspruch. „Aber plötzliche Marktbelastungen in Asien oder eine Dollaraufwertung würden wohl auch den Fonds belasten“, schätzt Herbst von Morningstar.


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