08.12.2004

Massive Absatzprobleme der Medienfonds: Filmfonds finden weniger Anleger

Die Deutschen gehen zwar wieder öfter ins Kino. Aber Filme wollen sie nicht mehr so gerne finanzieren. „Alle Medienfonds haben zurzeit massive Absatzprobleme, bis auf den Anbieter VIP“, stellt „Fondstelegramm“-Herausgeber Stefan Loipfinger fest.

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HB DÜSSELDORF. Die DCM AG hat darauf reagiert. Sie nahm gerade ihren Fonds „IMF 4“ vom Markt. „Das Erreichen eines wirtschaftlich notwendigen Platzierungsvolumens von rund 50 Mill. Euro erscheint aufgrund der Marktsituation ungewiss“, teilt der Münchener Fondsinitator mit. Die Anleger seien hinsichtlich der steuerlichen Rahmenbedingungen und der wirtschaftlichen Chancen verunsichert, heißt es zur Begründung.

Zur Verunsicherung darüber, ob das Finanzamt von Filmfondsanbietern in Aussicht gestellte steuermindernde Anfangsverluste auch tatsächlich akzeptieren werde, hatte der Düsseldorfer Anbieter Ideenkapital. Denn seinem im Jahr 2003 platzierten so genannten Filmvermarktungsfonds hatte das Finanzamt nachträglich die angegebenen Verluste aberkannt. Ideenkapital einigte sich mit den Fondsanlegern später auf eine Teilkompensation der aufgrund der letztlich niedrigeren Anfangsverluste resultierenden geringeren Rendite.

Nun wird die steuerliche Anerkennung der VIP-Fonds 3 und 4 von Heinz Gerlach, dem Herausgeber des Informationsdienstes „Direkter Anlegerschutz“ in Frage gestellt. Die VIP-Fonds, bei denen im Unterschied zum 2003 platzierten Ideenkapital-Fonds die Verluste aus der Filmherstellung resultieren, sind so genannte Garantiefonds. Das Prinzip: Das vom Fonds beauftragte Filmstudio muss eine Garantiesumme bei einer Bank hinterlegen, die die Rückzahlung der Anlegergelder absichert.

Gerlach argumentiert, dadurch stehe das Anlegergeld nicht mehr vollständig zur Produktion zur Verfügung. Also seien Verlustzuweisungen auf die gesamten Kapitaleinlagen nicht gerechtfertigt. Nach übereinstimmenden Aussagen von Teilnehmern einer Veranstaltung des Verbandes Deutscher Medienfonds sagte eine Vertreterin des Bundesfinanzministeriums dort, Garantiebausteine seien steuerlich kein Problem.

Auffällig ist, dass die GerlachSchelte für VIP nicht allein von Gerlach selbst, sondern auch von Hasso Mansfeld verteilt wird. Mansfeld ist der PR-Berater des VIP-Konkurrenten Uwe Boll. Boll und VIP-Chef Andreas Schmid liegen im Clinch.

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