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08.08.2007 
Subprime-Krise

Fonds-Anleger zittern

Die Krise um in Anleihen verpackte Kredite bonitätsschwacher US-Häuslebauer erreicht die Privatanleger. Am gestrigen Dienstag musste neben der WestLB auch Sal. Oppenheim einen Fonds schließen. Neues Ungemach droht aktuell bei BNP Paribas. Sollte sich die ABS-Fondskrise auf klassische Rentenfonds ausweiten, sehen die Anlegerschützer rechtlichen Klärungsbedarf.

Der Immobilienmarkt in den USA hat sich gedreht und den Anlegern die Stimmung weltweit verdorben. Foto: apLupe

Der Immobilienmarkt in den USA hat sich gedreht und den Anlegern die Stimmung weltweit verdorben. Foto: ap

ben / ckk / cü FRANKFURT / DÜSSELDORF. In den ABS-Fonds der BHF-Tochter Frankfurt Trust über 160 Mill. Euro haben einige Tausend Privatanleger ihr Geld gesteckt. In den zuletzt geschlossenen Fonds von WestLB-Mellon, Union Investment, HSBC, Axa und Sal. Oppenheim, die auf forderungsbesicherten Anleihen (Asset Backed Securities, ABS) basieren, sind hingegen wegen der hohen Mindestanlagesummen nur wenige Privatanleger investiert. Die Fonds wurden zumeist als sichere Geldmarktfonds vermarktet.

Neues Ungemach könnte zudem dem Fonds „Parvest Dynamic ABS“ von BNP Paribas drohen. Nach Angaben des Fondsanalysehauses Morningstar wurde eine Tranche über 366 Mill. Euro an Privatanleger verkauft; er ist bereits stark von Mittelabflüssen betroffen. Mit einem Gesamtvolumen von zuletzt 1,3 Mrd. Euro ist dieser Fonds einer der größten seiner Klasse. In den zehn Tagen bis zum 3. August verlor der Fonds, der stark in privaten US-Hypotheken investiert ist, 6,3 Prozent an Wert. Über die Kursentwicklung seither macht die Gesellschaft keine Angaben.

Auffällig: Der Fonds hielt per Ende Juni nur 0,4 Prozent in Bargeld vor. Selbst die jüngst geschlossenen ABS-Fonds von Frankfurt Trust und WestLB Mellon hatten zuletzt Barquoten von 17 und zwölf Prozent aufgebaut – und mussten den massiven Verkäufen der Anteilseigner dennoch mit der Schließung des Fonds Tribut zollen. Parvest verweigert jede Auskunft über Abflüsse oder eine mögliche Schließung des ABS-Fonds.


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Die bislang betroffenen Fonds begründen die Schließung mit hohen Mittelabflüssen und damit, dass der Markt für die ABS-Papiere illiquide geworden ist. Auch Markus Herrmann, Analyst bei der britischen Großbank HSBC bezeichnet den Markt als „erstarrt“. Es würden weniger Preise als noch vor wenigen Wochen gestellt, die Preisangaben der verschiedenen Banken variierten deutlicher, und die Abstände zwischen An- und Verkaufskursen seien größer geworden.

Bedenklich ist für Privatanleger, dass die Abgrenzung zwischen Geldmarkt- und ABS-Fonds schwierig ist. In vielen der rund 230 in Deutschland zugelassenen bei Privatanlegern sehr beliebten Geldmarktfonds stecken ABS-Papiere. Mit diesen wollten die Fonds ihre Rendite aufbessern. Geldmarktfonds verwalten nach Angaben des deutschen Fondsverbands BVI über 100 Mrd. Euro.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Was passiert, wenn sich die ABS-Fondskrise auf klassische Rentenfonds ausweitet.

„Anleger verbinden mit Geldmarktfonds kein risikoreiches Investment, sollten sich die Prospekte aber genauer ansehen“, rät Natalia Wolfstetter von Morning-star. Es zeige sich, dass Geldmarktfonds mit Fokus auf ABS den Kapitalerhalt nicht immer gewährleisten könnten, vor allem wenn sie wegen Abflüssen zu kurzfristigen Verkäufen gezwungen seien.

Die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) beobachtet die Entwicklung aufmerksam. Sie fürchtet, eine Ausweitung der Fondsschließungen könnte Kleinanleger in Mitleidenschaft ziehen. „Es sind bislang kaum Privatanleger betroffen, das kann ganz schnell anders werden, sollten auch breiter gestreute Fonds eingefroren werden“, sagt ein DSW-Sprecher.

Sollte sich die ABS-Fondskrise auf klassische Rentenfonds ausweiten, sehen die Anlegerschützer rechtlichen Klärungsbedarf. „Sollten Fonds als sichere Anlage verkauft worden sein, ohne dass auf die Risiken aus ABS-Beimischungen hingewiesen wurde, wäre dies ein Verstoß gegen das Wertpapierhandelsgesetz“, betont DSW-Kapitalrechtsexperte Klaus Nieding. Allerdings müsse man jeden Einzelfall genau prüfen. Anfragen von Klienten gebe es noch nicht.


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Handel an der Börse

Vorreiter: Die Börse Hamburg hat als Erste den geschlossenen Fonds „FT ABS Plus“ von Frankfurt Trust vom Handel ausgesetzt. „Da die Fondsgesellschaft keinen inneren Wert der Anteile mehr veröffentlicht, können wir die Stücke auch nicht mehr handeln“, sagte Kay Homann von der Börse.

Nachzügler: Die übrigen Börsen taten es den Hamburgern gleich – und suspendierten den „FT ABS Plus“. Die Anteile des „WestLB Mellon Compass ABS Fund“ können dagegen weiter gehandelt werden, da die Fondsgesellschaft die Anteilswerte offenlegt. Ein Handel findet auf dem Parkett aber praktisch nicht statt.

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