„Anleger verbinden mit Geldmarktfonds kein risikoreiches Investment, sollten sich die Prospekte aber genauer ansehen“, rät Natalia Wolfstetter von Morning-star. Es zeige sich, dass Geldmarktfonds mit Fokus auf ABS den Kapitalerhalt nicht immer gewährleisten könnten, vor allem wenn sie wegen Abflüssen zu kurzfristigen Verkäufen gezwungen seien.
Die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) beobachtet die Entwicklung aufmerksam. Sie fürchtet, eine Ausweitung der Fondsschließungen könnte Kleinanleger in Mitleidenschaft ziehen. „Es sind bislang kaum Privatanleger betroffen, das kann ganz schnell anders werden, sollten auch breiter gestreute Fonds eingefroren werden“, sagt ein DSW-Sprecher.
Sollte sich die ABS-Fondskrise auf klassische Rentenfonds ausweiten, sehen die Anlegerschützer rechtlichen Klärungsbedarf. „Sollten Fonds als sichere Anlage verkauft worden sein, ohne dass auf die Risiken aus ABS-Beimischungen hingewiesen wurde, wäre dies ein Verstoß gegen das Wertpapierhandelsgesetz“, betont DSW-Kapitalrechtsexperte Klaus Nieding. Allerdings müsse man jeden Einzelfall genau prüfen. Anfragen von Klienten gebe es noch nicht.
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Handel an der Börse
Vorreiter: Die Börse Hamburg hat als Erste den geschlossenen Fonds „FT ABS Plus“ von Frankfurt Trust vom Handel ausgesetzt. „Da die Fondsgesellschaft keinen inneren Wert der Anteile mehr veröffentlicht, können wir die Stücke auch nicht mehr handeln“, sagte Kay Homann von der Börse.
Nachzügler: Die übrigen Börsen taten es den Hamburgern gleich – und suspendierten den „FT ABS Plus“. Die Anteile des „WestLB Mellon Compass ABS Fund“ können dagegen weiter gehandelt werden, da die Fondsgesellschaft die Anteilswerte offenlegt. Ein Handel findet auf dem Parkett aber praktisch nicht statt.
