Den Preis für das beste Aktienhaus mit kleinem Produktangebot in Deutschland geht an eine hierzulande gut bekannte US-Adresse: Fred Alger Management, ebenso wie Fidelity bekannt für ihr aktives Management. Als Spezialist für amerikanische Wachstumswerte litt das Aktienhaus während der Börsenbaisse Anfang des Jahrtausends.
Im vergangenen Jahr jedoch probte Alger erfolgreich das Comeback, weil Wachstumstitel plötzlich wieder gefragt waren. Zachary Karabell will sich als Chefökonom des Hauses von den aktuellen Börsenturbulenzen nicht beirren lassen. „Es gibt genug attraktive Anlagechancen in Branchen wie Technologie, Rohstoffe oder Halbleiter“, sagt der Mann aus New York. Karabell sucht beim Wirtschaftsausblick einen gangbaren Mittelweg zwischen übertriebener Hoffnung und düsterer Prognose.
Er verbreitet keinen Optimismus, weil sich die Konjunktur seiner Meinung nach abschwächen wird und die Schätzungen die Unternehmensgewinne belasten werden. Dennoch lehnt er Schwarzmalerei ab. Karabell freut sich eher über die Skepsis vieler Marktteilnehmer: „Das gibt uns Chancen, und man darf nicht vergessen, dass wichtige Weltregionen in China oder im Mittleren Osten boomen, davon profitieren viele Unternehmen.“
Erste Investoren scheinen Hoffnung zu schöpfen. Zumindest spürte Alger im vergangenen Jahr wachsendes Interesse an seinen Produkten aus Europa. Laut Karabell ignorieren allerdings die meisten Anleger weiterhin die Chancen an der Wall Street, obwohl US-Aktien nach dem Dollar-Rutsch optisch sehr günstig sind. „Das Wachstumspotenzial der amerikanischen Firmen wird unterschätzt.“ Und die deutschen Anleger hätten immer noch zu geringe Bestände an US-Titeln.
Lesen Sie weiter auf Seite 4: Die besten Anleihenfonds
