Den Investment-Oscar für das beste kleine Anleihehaus gewinnt ACM Bernstein. Klein ist es allerdings nur gemessen am Fondsangebot in Deutschland. Denn international zählt der Vermögensverwalter ähnlich wie Barclays zu den größten der Anlagebranche. Entstanden ist die Gesellschaft Anfang des Jahrtausends aus der Fusion eines Hauses für Wachstumswerte und eines für den so genannten Value-Ansatz – eine gute Ergänzung.
Der Chef Lewis Sanders brachte das Haus auf internationalen Wachstumskurs über die Heimatgrenzen der USA hinaus. Außerhalb Deutschlands ist die Gesellschaft allerdings als Alliance Bernstein bekannt. „Drei Dinge unterscheiden uns von den Konkurrenten: Research, Research und Research.
Das ist unsere Kernkompetenz“, sagt Georg Kyd-Rebenburg, Leiter des Deutschland-Büros in München. Die Einzeltitelauswahl sowohl bei Aktien als auch bei Anleihen sieht er als großes Plus des eigenen Hauses. Der gebürtige Österreicher lässt keine Zweifel daran, dass Deutschland für ihn einer der wichtigsten Absatzmärkte in Europa ist und er hier weiterwachsen will. Kyd-Rebenburg kommt bei der Bewertung der aktuellen Finanzmarktlage zu ähnlichen Ergebnissen wie Karabell oder Fesser.
Der ACM-Mann weist Skepsis weit von sich: „So düster ist der Wirtschaftsausblick nicht, dass die Renditeaufschläge gegenüber Staatstiteln bei vielen Anleihen so hoch sein sollten, wie sie derzeit sind.“ Anders gesagt: Risikobonds bieten nach ihren Kursstürzen seiner Meinung zufolge jetzt eher Chancen.
