Erwartungen nicht erfüllt: Experten sprechen vom schlechtesten Jahresstart, den die Branche jemals erlebt habe. Schon gehen die ersten Hedge-Fonds Pleite, die Konsolidierungsphase hat begonnen. Doch den Optimusmus hat sich der Markt erhalten.
FRANKFURT. Der Start in das Jahr 2008 wird der Hedge-Fonds-Branche unvergessen bleiben. In einem schwierigen Umfeld ist es der Branche nicht gelungen, die Erwartungen zu erfüllen. Die Enttäuschung schlägt sich in einem Rückgang des MSCI Hedge Invest Index um 3,9 Prozent während des ersten Quartals 2008 nieder. Experten sprechen von dem schlechtesten Start in ein Jahr, den diese modernen Finanzinvestoren jemals erwischt haben.
Bedenklich sind Pleiten von Hedge-Fonds. Da deren Geschäftsmodell stark auf einer erfolgsabhängigen Vergütung basiert, warfen zuletzt weitere Akteure das Handtuch. Jüngstes Beispiel ist der 1,4 Mrd. Dollar verwaltende Londoner Hedge-Fonds Plexus Partners des Ex-Goldman-Sachs
-Händlers
Dermot Keane, der nach Fehlspekulationen am Kreditmarkt mehr als ein Drittel seines Wertes eingebüßt hat. Experten erwarten weitere Bankrott-Erklärungen.
Peter Clarke, Vorstandschef der Man Group, sagte dem Handelsblatt, dass in der Krise eine Rekordzahl von Akteuren aufgeben dürfte. Dies zum einen wegen schwacher Resultate und zum anderen wegen des restriktiven regulatorischen Umfelds. Schieflagen zeigen vor allem Fonds, die im Kreditsektor aktiv sind oder auf eine Erholung der Aktienkurse setzen. So fiel der MSCI-Fixed-Income-Hedge-Index im ersten Quartal um acht Prozent und der "Long Bias-Index", der Spekulationen auf steigende Aktien abbildet, um 6,5 Prozent. Gleichwohl gebe es keinen Grund, das Geschäftsmodell von Hedge-Fonds infrage zu stellen, heißt es bei Auda, dem zur Quandt-Gruppe zählenden deutschen Hedge-Fonds-Pionier.
Die Resultate der Finanzinvestoren könnten sich bei einem Vergleich mit anderen Anlageklassen auch durchaus sehen lassen. Denn in der populärsten aller Anlageklassen - nämlich in Aktien - seien Anleger im ersten Quartal wesentlich schlechter aufgehoben gewesen. Der MSCI-Weltindex hat in diesem Zeitraum 9,1 Prozent eingebüßt.
Große Kapitalsammelstellen wie Pensionskassen würden die Vorteile von Hedge-Fonds nach wie vor schätzen, sagen die Fachleute von Greenwich Associates. Diese fanden in einer Umfrage heraus, dass im vergangenen Jahr immerhin bereits rund 44 Prozent (nach nur acht Prozent in 2006) der Pensionsfonds in Alternativ-Investments investieren - und zwar durchschnittlich 16,5 Prozent ihres Gesamtkapitals.
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Gelitten hat das Image der Hedge-Fonds zuletzt vor allem, weil sich ihre "Werbebotschaft" - gerade in schwierigen Zeiten ein Fels in der Brandung zu sein und auch in turbulenten Börsenzeiten Wertsteigerungen erzielen zu können - als Bumerang erwies. Experten sind von dem in der Branche einsetzenden Konsolidierungsprozess nicht überrascht. Finanziell gesunde Banken und Hedge-Fonds übernehmen angeschlagene Akteure.
So hat der Weltmarktführer Man Group eine 50-prozentige Beteiligung am Kreditmarkt-Spezialisten Ore Hill übernommen. Auch die großen Investmentbanken glauben an die Hedge-Fonds-Idee. Morgan Stanley
und Goldman
Sachs sind zuletzt Beteiligungen an Hawker Capital und Claren Road Asset Management eingegangen. Und Australiens Macquarie Bank hat den Rohstoff-Hedge-Fonds Craton Capital übernommen.
Frisches Kapital über die Aktienbörse
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