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20.03.2008 
Globales Spiel der Umverteilung

Hedge-Fonds im Härtetest

von C. Kirchner

Kritisch beäugt, als Rendite-Turbos gelobt: Hedge-Fonds gelten vielen Anlegern als gefährlich-süße Variante des Investments. Doch während Beobachter seit einiger Zeit vor Gefahren warnen, ist es derzeit relativ ruhig um die Fonds. In der aktuellen Finanzmarktkrise trennen sich aber die Verlierer und Gewinner.

Hedge-Fonds müssen sich jetzt bewähren. Foto: Archiv

Hedge-Fonds müssen sich jetzt bewähren. Foto: Archiv

HB DÜSSELDORF. Folgt man der bizarren Logik der Kapitalmärkte, nach der das Geld im Falle schwerer Verluste nie weg ist, sondern nur jemand anders hat, wirft die Subprime-Krise Fragen auf: Wenn Jerome Kevriel fünf Mrd. Euro der Großbank Société Générale verzockt hat, wer hat dann dieses Geld gewonnen? Wenn die Subprime-Krise zu Milliardenverlusten bei den Banken führt, wer hat dann Milliardengewinne mit Subprime-Wetten erzielt?

Im diesem globalen Spiel der Umverteilung rücken einmal mehr Hedge-Fonds in den Fokus von Anlegern. So erzielte etwa die US-Hedge-Fonds-Gesellschaft Lahde Capital mit einer Wette auf den Ausbruch der Subprime-Krise für ihre Anleger einen Gewinn von über 1 000 Prozent im Jahr 2007. Auch im laufenden Jahr notieren breit aufgestellte Hedge-Fonds-Indizes behauptet, obwohl die Kurse an den Aktienmärkten der Industrieländer seit Jahresbeginn um bis zu 20 Prozent einbrachen.


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In Deutschland erzielten über die letzten drei Monate insgesamt 25 Hedge-Fonds und Hedge-Fonds-Zertifikate Renditen zwischen sechs und 22 Prozent. Die Kehrseite: Insgesamt 62 Produkte erzielten über die letzten drei Monate Verluste von mehr als fünf Prozent. Vor allem quantitativ verwaltete Fonds und Zertifikate mussten jüngst herbe Verluste hinnehmen. Weltweit wächst zudem die Angst, die Kreditkrise könnte auch viele Hedge-Fonds erfassen, da diese oft mit hohem Fremdkapitaleinsatz arbeiten.

Dennoch verzeichnet der deutsche Hedge-Fonds-Markt nach wie vor Zuwächse - von niedrigem Niveau aus. "Der Markt wächst, aber eben über Zertifikate", sagt Markus Sievers, Geschäftsführer der Dortmunder Apano Finanzanlagen GmbH. Nach Schätzungen des Bundesverbandes Alternative Investments (BAI) entfallen rund 95 Prozent des auf 30 Mrd. Euro Gesamtvolumen taxierten Hedge-Fonds-Marktes in Deutschland auf Zertifikate. Diese sind im Gegensatz zu klassischen Dach-Hedge-Fonds erheblich weniger reguliert.



Lesen Sie weiter auf Seite 2: Experte: Interesse an Hedge-Fonds wird wachsen.

Während das in Hedge-Fonds-Zertifikaten investierte Vermögen im Laufe des Jahres 2007 von 24 auf 28 Mrd. Euro stieg, sank das verwaltete Vermögen der Dach-Hedge-Fonds um ein Viertel auf zuletzt nur noch 1,9 Mrd. Euro. Auch die Zahl der angebotenen Hedge-Fonds sank von 45 auf 39. Experten erhoffen sich vor allem von der Börsenkrise einen neuen Schub für die Produkte, die bislang nur selten den Renditeerwartungen gerecht wurden. "Kurzfristig orientierte Anleger hatten jahrelang in Zeiten sehr hoher Aktienmarktrenditen keine Notwendigkeit, sich mit Hedge-Fonds zu befassen. Das dürfte sich nun ändern", sagt Apano-Experte Sievers.


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Unter den Dach-Hedge-Fonds deutschen Rechts lieferten zuletzt Produkte wie der DB Platinum IV Dynamic Alternative Portfolio, der Frankfurt Trust Hedge-Selection A und der dit-Portfolio Optimizer Plus akzeptable Erträge zwischen sechs und 14 Prozent über die vergangenen zwölf Monate. Hedge-Fonds wie der DWS Funds Performance Strategy, der Sauren Global Hedgefonds und Lupus alpha Structure Invest zeigten zwar jüngst leichte Schwächen, konnten aber über drei Jahre Anleihen- und Geldmarktrenditen nach Gebühren klar schlagen. Damit sind sie jedoch eine Ausnahme im Reich der Dachfonds, in denen die Hälfte der Produkte über drei Jahre nach Gebühren nicht einmal eine Festgeldanlage schlug.

Branchenvertreter sind dennoch für die weitere Entwicklung optimistisch, da gerade die Krise Anlegern die Möglichkeit böte, sich von den Vorteilen der Anlageklasse Hedge-Fonds überzeugen zu lassen. "Der Hedge-Fonds-Markt in Deutschland wird sich positiv entwickeln, weil gerade die Krise gezeigt hat, dass Hedge-Fonds-Produkte im Gegensatz zur öffentlichen Wahrnehmung nicht so ein starkes Risiko wie etwa Aktien aufweisen", sagt Frank Dornseifer, Leiter Recht und Policy beim Bundesverband Alternative Investments.


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