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12.07.2008 
Managed-Futures

Hedge Fonds setzen auf Termin-Strategie

von Udo Rettberg

Viele Hedge-Fonds-Manager haben sich auf die Anlage an den Terminmärkten spezialisiert. Dabei konnten sie die zuletzt stark ausgeprägten Auf- und Abwärtstrends an den Börsen Gewinn bringend nutzen. Bewährt hat sich hierbei besonders die Strategie Managed-Futures.

FRANKFURT. Auf der einen Seite haben die Hedge-Fonds-Manager von der Abwärtsbewegung der Aktien- und Anleihekurse sowie des US-Dollars profitiert. Andererseits konnten die Experten mit ihrer Managed Futures genannte Strategie (Commodity Trading Advisor (CTA)) Geld an den Märkten für energetische und agrarische Rohstoffe verdienen, die zuletzt stark haussierten.

„In einem schwierigen Umfeld haben sich vor allem die Strategien Managed Futures und Global Macro überdurchschnittlich positiv entwickelt“, beobachtet der US-Hedge-Fonds-Manager Roy G. Niederhoffer. Der vom Fachdienst Barclay Hedge errechnete CTA-Index weist für das erste Halbjahr 2008 ein Plus von rund 8,8 Prozent auf. „In diesem Zeitraum haben die CTA meist ihre Long-Positionen am Energiemarkt beibehalten und so überdurchschnittlich profitiert“, sagt Sol Waksman, Präsident von Barclay Hedge. Der von ihm entwickelte Hedge-Fonds-Subindex hat sich wesentlich besser entwickelt als die Hedge-Fonds-Gesamtindizes von CS Tremont, Hedge Fund Research (HFRX) und Dow Jones, die im ersten Halbjahr rund 0,7 Prozent verloren haben.

In diesen Zahlen zeigt sich erneut, dass sich die Strategie Managed-Futures gerade dann bewährt, wenn – wie zuletzt – die traditionellen Anlageklassen Aktien und Anleihen stark an Wert verlieren.

Bei ihren Managed-Futures-Strategien setzen CTA auf ausgeprägte Trends an den Futuresmärkten, die wichtigsten Terminbörsen dafür sind Chicago Mercantile Exchange, New York Mercantile, Eurex und EuronextLiffe. Das Motto der Strategen lautet dabei: „The trend is your friend“. Für die Umsetzung der Strategie spielt es dabei keine Rolle, ob es sich um Aufwärts- oder Abwärtstrends handelt. Wichtig ist für das Funktionieren nur, dass ein solch stark ausgeprägter Trend existiert.

Meist basieren die Strategiemodelle auf rein technischen Faktoren wie etwa historischen Kursverläufen, gleitenden Durchschnitten, Widerstands- und Unterstützungslinien. Werden bestimmte Kursmarken erreicht, über- oder unterschritten und damit ein Trend gebrochen, trifft das computergesteuerte Modell eine Anlageentscheidung. Auf diese Weise sollen menschliche Schwächen in der Umsetzung der Anlagepolitik vermieden werden.

Allerdings weisen Managed-Futures-Strategien in den vergangenen Jahren sehr starke Schwankungen in der Wertentwicklung auf. Positive Ergebnisse in der Vergangenheit bieten unter diesem Gesichtspunkt keine Garantie für ähnlich gute Gewinne in der Zukunft. Die Performance der CTA-Strategie lässt den Zahlen von Barclay Hedge zufolge immer dann zu wünschen übrig, wenn es an den internationalen Aktien- und Anleihemärkten stark bergauf geht wie zum Beispiel in den Jahren 1991/92 und 2004 bis 2006. In solchen Phasen tun sich CTA mit ihren Trendfolge-Modellen oftmals etwas schwer, weil sie einen großen Teil des Geldes traditionell außerhalb der Aktienbörsen anlegen.

Ungeachtet dessen gehören Managed Futures als Beimischung in jedes traditionelle Portfolio“, raten Christian Baha, Gründer der Firma Superfund, als auch Stefan Zopp von Man Investment. „In Zeiten hoher Volatilität an den Aktien- und Anleihemärkten bieten solche Strategien einen guten Schutz, da sie nahezu unkorreliert zu diesen Anlageklassen sind“, sagt Zopp.

Anbieter wie zum Beispiel John W. Henry, Paul Tudor Jones, Superfund und nicht zuletzt der börsennotierten Marktführer Man Group über seine Tochter AHL betreiben die Strategie Managed Futures seit Jahrzehnten mit beachtlichem Erfolg.

Die Performance der Trendfolge-Modellen von AHL und Superfund bestätigen dies eindrücklich. Während der Russland-Krise im Jahr 1998 büßten die Weltaktienindizes zum Beispiel rund 15 Prozent ein, während die Anbieter von Managed Futures überdurchschnittlich gute Ergebnisse zwischen 20 und 25 Prozent erzielten. Von 2000 bis 2003 sackte der MSCI-World-Index fast 48 Prozent ab, während der Wert der AHL-Anteile mehr als 70 Prozent zulegte. Und auch in der aktuellen Subprime-Krise erzielte AHL von Juli 2007 bis Anfang des laufenden Monats ein Plus von 19 Prozent, während der MSCI World rund 15 Prozent verlor. Das Superfund-A-Zertifikat hat seit Jahresanfang rund 33 Prozent gewonnen.

Peter Clarke, Vorstandschef der Man Group, bezeichnet Managed Futures als eine interessante Strategie auch für das zweite Halbjahr 2008. Die Anleger scheinen diese Botschaft zu hören; denn die Man Group verzeichnet weiterhin große Nachfrage nach den eigenen Hedge-Fonds-Produkten. Im zweiten Quartal 2008 habe sich der Mittelzufluss bei der Man Group auf rund fünf Mrd. Dollar belaufen, so dass das verwaltete Vermögen der weltgrößten Hedge-Fonds-Gesellschaft Ende Juni 79,5 Mrd. Dollar erreichte, berichtete kürzlich Man-Chairman Jon Aisbitte.

Auch bei Apano, einem deutschen Anbieter des auf der Man-Strategie basierenden „Global Futures Fund“, wird von anhaltendem Anleger-Interesse gesprochen. Apano-Geschäftsführer Markus Sievers hat kürzlich ein Garantiezertifikat auf diesen Fonds emittiert. Diesen Weg geht auch die in Hamburg ansässige Alternativ-Investment-Gruppe Aquila Capital, die ihre Managed-Futures-Strategie in ein Zertifikat verpackt hat, das Privatanlegern zur Zeichnung angeboten wird.

Das Auf und Ab der Märkte nutzen

Definition
Bei der Strategie Managed Futures setzen als CTA (Commodity Trading Advisors) bezeichnete Hedge-Fonds-Manager auf lang anhaltende Trends an den Finanz- und Rohstoffmärkten.

Investmentvehikel
Dabei werden vor allem Futures und Optionen auf Basiswerte wie Aktien, Aktienindizes, Anleihen, Devisen und Rohstoffe gehandelt.

Den Trend spielen
Umgesetzt wird die Strategie durch computergestützte, systematische Handelsprogramme, die auf die Ausnutzung von historischen Kurs-, Statistik- und Zeitmustern an den Terminmärkten ausgerichtet sind. Diese Programme werden als Trendfolgemodelle bezeichnet.

Besonderheit
Nach dem bewährten Motto „The trend is your friend“ suchen die CTA dabei nach nachhaltigen Aufwärts- als auch Abwärtstrends, Die Nutzung von Futureskontrakten für die Umsetzung dieser Strategie bietet dabei eine hohe Hebelwirkung.

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