Hedge-Fonds gewinnen trotz der verhaltenen Performance der vergangenen 18 Monate als Baustein in soliden Strukturen für private Großvermögen und den Portfolios von institutionellen Investoren an Bedeutung.
HB FRANKFURT. Die Asset-Klasse umfasst derzeit weltweit Hedge-Funds mit einem Gesamtvolumen von rund einer Billion Dollar. Es gibt Schätzungen, dass dieser Markt bis 2015 auf insgesamt fünf Billionen Dollar anwächst. Auch hier zu Lande investiert eine steigende Zahl erfahrener Anleger und Portfolio-Manager in Hedge-Funds-Strategien.
Der Königsweg ist nach wie vor das Zertifikat, weil es zum einen nahezu keine Einschränkung bezüglich des Universums an Hedge-Fonds (weltweit rund 8 000) gibt, die theoretisch als Basiswert zur Verfügung stehen. Zum anderen sind Kursgewinne nach einer Haltefrist von zwölf Monaten und einem Tag derzeit steuerfrei. Und: Der Konkurrenzdruck senkte die Gebühren der Emittenten deutlich.
Beim Investment mit Hedge-Fonds geht es darum, das Ertrags-/Risikoprofil von Portfolios deutlich positiv zu beeinflussen. Es kommt darauf an, das Zusammenspiel der einzelnen Portfoliokomponenten zu analysieren und genauestens auf die Auswahl der einzelnen Hedge-Fonds-Strategien zu achten. Nach der Strategiegewichtung liegt die Kunst darin, den richtigen Fonds-Manager auszuwählen.
Je niedriger die Korrelation der Hedge-Fonds-Komponente eines Portfolios mit den klassischen Bestandteilen wie Aktien und Renten ist, desto höher ist der positive Einfluss auf das Gesamtrisiko und der Diversifizierungseffekt. Man spricht hierbei auch von der Glättung der Renditekurve.
Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die Schwierigkeit liegt darin, den richtigen Fonds- oder Dachfonds-Manager zu finden.
Bei sorgsamer Auswahl kann das Risiko, beziehungsweise die Volatilität eines Portfolios – bei gleichzeitigem positivem Einfluss auf den Gesamtertrag –, reduziert werden. Die Schwierigkeit liegt darin, den richtigen Fonds- oder Dachfonds-Manager zu finden. Die oben stehende Grafik verdeutlicht, wie sich die Renditekurve eines klassischen Portfolios verändern kann, wenn einem Portfolio – bestehend aus 50 Prozent Renten und 50 Prozent Aktien – 25 Prozent eines passiv gemanagten Hedge-Fonds-Index beigefügt werden, etwa ein HFRI Fund-of-Funds-Index. Die Ertragskurve wird glatter und nach oben verschoben.
Tauscht man den passiven gegen einen aktiv gemanagten Index aus, wird die Ertragskurve nochmals deutlich verbessert; im Beispiel ein Ferro-Absolute-Return-Index. Ferro Capital konzentriert sich auf 25 bis 30 Fonds-Manager die unter einem Dachfonds zusammengeführt werden. Die Volatilität des Beispielportfolios reduziert sich von 13,8 Prozent auf 10,1 Prozent, der Gesamtertrag steigt von 6,2 Prozent auf 7,8 Prozent jährlich. Sauber strukturiert sind Hedge-Fonds-Konzepte kontinuierliche Ertragsbringer.
Wermutstropfen ist und bleibt der zum Teil nur schwer zugängliche und intransparente Markt. Durch Gesetzesänderungen, die ab Februar 2006 in den USA greifen (dort sitzen weltweit die meisten Hedge-Fonds-Manager), werden viele erfahrene Manager die Zugangsbeschränkungen für Neuinvestoren weiter verschärfen. Diese Hürden kann der deutsche Anleger mit einem Investment über einen Fund-of-Hedge-Fonds (Dachfonds) beziehungsweise dem darauf basierenden Zertifikat umgehen. Hierzu sollte vorab eine auf die individuelle Portfoliostruktur des Investors abgestimmte, objektive Beratung durch einen unabhängigen Speziallisten stattgefunden haben.
Markus Hampel ist Geschäftsführer und Partner der Portfolio Consulting in Frankfurt.
