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05.06.2008 
Handelsblatt-Umfrage

Inflation erschreckt die Fonds

von Ingo Narat

Die Preissteigerungen in den USA und EU erreicht markante Höchstwerte und wird damit zur echten Gefahr: Sie nagt an den Erträgen der Anleihebesitzer. Nun suchen die großen Anlagehäuser nach Auswegen und gewichten deutlich um.

Auch Klaus Esswein von State Street Global Advisors investiert in inflationsgeschützte Anleihen. Foto: PRLupe

Auch Klaus Esswein von State Street Global Advisors investiert in inflationsgeschützte Anleihen. Foto: PR

FRANKFURT. Steigende Inflationszahlen beunruhigen nicht nur die Verbraucher. Auch für Investoren und Anlagegesellschaften werden sie zunehmend zur Belastung, auf die sie mit veränderten Strategien reagieren müssen. Das ergab eine Umfrage des Handelsblatts unter den großen deutschen Fondshäusern DWS, Allianz Global Investors, Union Investment, Cominvest und Pioneer sowie kleineren unabhängigen Anbietern. "Ich glaube, die Inflation wird zu einer echten Gefahr", warnt beispielsweise Jens Ehrhardt, Gründer und Leiter der bekannten Vermögensverwaltung DJE Kapital.

Mit der Börsenbrille betrachtet belastet die hohe Inflation insbesondere die Anleihekurse. Die Investoren suchen Auswege. Sie kaufen Geldmarktanlagen, verkürzen die Restlaufzeiten bei Bonds, erwerben inflationsindexierte Anleihen oder wählen eine Umwegabsicherung, indem sie beispielsweise in die als inflationsresistent geltenden Rohstoffe investieren.

"Um die Kursrisiken durch weiter steigende Anleiherenditen zu senken, sind in unseren Rentenfonds lang laufende Anleihen überwiegend untergewichtet", sagt beispielsweise Anja Mikus, Leiterin Portfoliomanagement bei Union Investment. "Zusätzliches Performancepotenzial erhalten die Fonds aber über eine Beimischung von inflationsgeschützten Anleihen." Ganz ähnlich agiert die DWS. "Wir haben vor einigen Wochen auf die gestiegenen Inflationsrisiken mit einer Verkürzung der Restlaufzeiten in den Rentenfonds reagiert", sagt Markus Kohlenbach, Leiter des internationalen Rentenfondsmanagements.

Die offiziellen Verbraucherpreissteigerungen erreichten mit 3,9 Prozent im April für die USA und mit 3,6 Prozent für Mai in der Euro-Zone markante Höchstwerte. Verglichen mit den Nominalzinsen der entsprechenden zehnjährigen US-Staatsanleihen von 3,9 und 4,4 Prozent für das heimische Bundespapier sind die Realrenditen, das heißt Nominalzins abzüglich Geldentwertung, in den USA auf Null bzw. in der Euro-Zone auf unter ein Prozent geschrumpft. Das Thema dringt ins Bewusstsein, wie Daten der Analysefirma Conquest belegen: Die Zahl der Artikel über Inflation in den internationalen Medien steigt rapide.

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