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16.05.2007 
Flughäfen, Straßen und Schulen

Infrastruktur-Fonds bringen Rendite

von Larry A. Kohn und Gottfried Hörich

Die allgegenwärtigen Finanznöte der öffentlichen Hand treiben das Wachstum einer Anlageklasse voran, die bei den deutschen Investoren bisher nur als Randthema von Interesse war: Infrastruktur.

Wichtige Infrastrukturprojekte betreffen den Straßenbau. Foto: ADACLupe

Wichtige Infrastrukturprojekte betreffen den Straßenbau. Foto: ADAC

HB FRANKFURT. Ob Straßen, Brücken oder Flughäfen, Pipelines für Wasser und Gas, Kommunikationsanlagen, Krankenhäuser oder Schulen - es bieten sich für Anleger zahlreiche Möglichkeiten. So sind nicht nur weltweit Reparatur- und Modernisierungskosten in Billionenhöhe zu erwarten, weiteres Potenzial bietet der Bedarf an zusätzlicher Infrastruktur in den aufstrebenden Schwellenländern.


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Basierend auf ihrer Finanzierung lassen sich Infrastrukturprojekte in zwei Gruppen einteilen: Durch Nutzerentgelt finanzierte Vorhaben stehen sozialen Projekten gegenüber, die von der öffentlichen Hand getragen werden. Obwohl die soziale Infrastruktur in Europa viele Investoren anzieht, bietet sie nicht das gleiche Renditepotenzial. Das liegt vor allem daran, dass diese Projekte vergleichsweise kürzere Laufzeiten aufweisen, verbunden mit weniger Raum für Effizienzgewinne, zusätzliche Erträge und Inflationsschutz. Der Bereich der nutzerfinanzierten Infrastruktur bietet Investoren dagegen Anlagemöglichkeiten mit einer großen Bandbreite von Risiko-Rendite-Kombinationen.

Grundsätzlich stehen Investitionen in Infrastrukturprojekte drei Arten von Risiken gegenüber: Neben dem politischen Risiko, das von der politischen Stabilität des Ziellandes für das Investment abhängt ist, gilt es das regulatorische beziehungsweise rechtliche Risiko zu beachten. Denn viele Infrastrukturprojekte unterliegen staatlicher Regulierung. Da die Objekte in der Regel einen bestimmten Nutzungszweck verfolgen und nur schwer für alternativen Gebrauch umzurüsten sind, besteht zudem ein Entwicklungsrisiko.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Welche Vorteile Infrastrukturinvestitionen gegenüber Rentenpapieren und herkömmlichen Aktien haben.

Bei sorgfältiger Berücksichtigung dieser Risiken weisen Infrastrukturinvestitionen ein attraktives Risiko-Ertragsprofil auf. Entsprechend ihrem Risiko lassen sich dabei zwei Gruppen unterscheiden. Die erste Gruppe ähnelt aufgrund ihres Risiko-Rendite-Profils einer Private-Equity-Investition. Hierbei handelt es sich um neu zu erschließende Projekte, deren Einnahmenstruktur sich nicht genau voraussagen lässt.

Infrastrukturprojekte, wie existierende gebührenfinanzierte Straßen und Flughäfen weisen dagegen ein niedrigeres Risiko auf. Bei diesen Projekten stellt die laufende Verzinsung typischerweise einen bedeutenden Anteil der gesamten Rendite dar, was sie einem Investment in Rentenpapieren oder Immobilien ähneln lässt. Die Infrastrukturanlagen stellen zudem langfristige Vermögenswerte dar, die nur einem geringen Wertverlust und Betriebsrisiko unterliegen. Die Verbraucherentgelte, sind meist über mehrere Jahre vertraglich geregelt: So ergeben sich stabile und gut prognostizierbare Cash Flows.


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Ein besonderer Vorteil: Im Gegensatz zu Renten bieten Infrastrukturinvestments eine Absicherung gegen Inflation. Öffentliche Transport- oder Versorgungsunternehmen können beispielsweise die Gebühren an die Inflationsentwicklung anpassen und auch schwankende Rohstoffpreise an die Verbraucher weitergeben. Zudem können Infrastrukturprojekte von einer gesteigerten Nutzungsintensität profitieren, die die Cash Flows weiter erhöht. Dadurch sind Renditen möglich, die über klassische Rentenanlagen hinausgehen, ohne ein aktienspezifisches Risiko eingehen zu müssen.

Larry A. Kohn leitet die Infrastructure Investment Group bei JPMorgan Asset Management in New York, Gottfried Hörich ist Geschäftsleiter von JPMorgan Asset Management in Deutschland.


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