Fast jeden Tag bricht der Ölpreis den Rekord des Vortages. Auch Nahrungsmittel werden immer teurer. Was Unternehmen und Verbraucher belastet, kann Anleger erfreuen. Vom Megatrend ist die Rede - doch nicht alles, was glänzt, ist Gold.
Autofahrer erfahren derzeit am deutlichsten, was steigende Rohstoffpreise bedeuten. 1,58 Euro bezahlten sie zu Beginn der Woche für einen Liter Super - so viel wie noch nie zuvor. Ein oberes Ende ist nicht abzusehen. Die Konzerne verweisen auf die Preise fürs Rohöl, die ebenfalls zulegen. Ein Fass Rohöl (1 Barrel = 159 Liter) kostete am Montag mehr als 143 Dollar. Kaum anders sieht es, wenn auch stärker schwankend, bei Nahrungsmitteln oder Metallen aus.
Irgendjemand muss an den steigenden Preisen auch verdienen. "Spekulanten", heißt es oft zur Begründung für den Preisdruck nach oben. Doch wer oder was verbirgt sich hinter diesem Begriff, der an "Heuschrecken" oder andere emotional negativ besetzte dubiose Akteure erinnert? Oft sind es schlichtweg Fonds, die in Rohstoffe investieren oder in Unternehmen, die Rohstoffe fördern, weiterverarbeiten oder verkaufen. Und hier wird jeder Anleger, der Rohstofffonds oder-zertifikate kauft, zum Spekulanten. Er profitiert von steigenden Rohstoffpreisen.
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Die werden sich auch in Zukunft auf hohem Niveau halten, glaubt Dr. Konrad Aigner, Rohstoffspezialist und Aktienstratege in der Investment Strategy Group bei der Deutschen Bank
in Frankfurt. Das hohe Tempo beim Ölpreis wird sich seiner Einschätzung nach aber nicht fortsetzen. "Wir gehen davon aus, dass sich eher eine volatile Seitwärts-Bewegung einstellen wird. Die Prognosen unseres Investment-Komitees liegen auf Sicht von drei Monaten bei 120 Dollar pro Fass Öl und auf Sicht von zwölf Monaten bei 140 Dollar."
Andere Rohstoffe haben sich zwischenzeitlich eher verhalten entwickelt. Ihre Preise werden tendenziell wieder steigen, glaubt der Aktienstratege. Gute Chancen sieht er bei Agrarprodukten wie Mais und Sojabohnen. Sie hätten wegen einer anhaltend hohen und teilweise auch steigenden Nachfrage ein gutes Preispotenzial. Aktuell, also in der derzeitigen "Anbauphase", sei aber mit stark schwankenden Preisen zu rechnen.
Gutes Potenzial sieht Aigner auch für Industriemetalle, wenn auch die aktuelle Lage anders aussieht: "Bei Industriemetallen sehen wir momentan eine saisonale Schwäche. Wir sind aber der Meinung, dass die strukturelle Nachfrage aus den stark wachsenden Regionen in Asien auch für anhaltend hohe Preise sorgen wird."
