Die Kreditkrise fiel in Phase der Integration von Activest. "Die Stimmung bei den institutionellen Investoren war extrem angespannt, weil ihnen in kurzer Zeit viele Veränderungen zugemutet wurden", sagt ein Insider. Erst benannte Pioneer die alte Activest-Anlagegesellschaft in Pioneer um, verkaufte dann den administrativen Teil an die Société Générale
und die zugehörige Depotbanksparte an die französische Caceis. Parallel dazu stieß Unicredit
die HVB
-Tochter Indexchange, eine Fondsgesellschaft für börsengehandelte Indexfonds, an Barclays Global Investors ab.
Unabhängige Fachleute führen die Malaise der Gesellschaft vor allem auf die zwei Problemfonds zurück. In der Summe aller Fonds ist die "Anlagebilanz durchschnittlich", sagt Analyst André Härtel von Feri Rating & Research. Auch laut der Londoner Ratingfirma Citywire schneidet Pioneer im Konkurrenzvergleich akzeptabel ab. Als zusätzlichen Grund für die Anteilsrückgaben nennen Berater institutioneller Investoren nicht zuletzt den Merger. "Der Zusammenschluss wurde nicht schnell und klar genug vollzogen", sagt einer von ihnen.
Pioneer richtet den Blick nun nach vorne. "Die Vertriebsteams sind gut aufgestellt. Mit den guten Anlageergebnissen in den Segmenten Emerging Markets und globale Aktien können wir punkten", sagt der Firmensprecher. Mit neuen Produkten soll das Geschäft voran kommen. In der Pipeline sind Fonds mit Hedge-Fonds-ähnlichen Strategien, solche für Rohstoffe und Emerging Markets. Ohne Störfeuer von der Kreditkrise glaubt Pioneer, die Mittelabflüsse im Jahresverlauf stoppen zu können.
Als Plus wertet der Firmensprecher auch den Umbau der Vermögensverwaltung der Hypo
-Vereinsbank. "Wir rechnen damit, dass ein Kapital von bis zu fünf Mrd. Euro mit Blick auf die nahende Abgeltungsteuer in steuerschonende Produkte wie Dachfonds umgewandelt wird", sagt er. Das wird Pioneer Mittelzuflüsse bescheren.
