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29.06.2006 

Trotz der erweiterten Einsatzmöglichkeiten von Derivaten in traditionellen Fonds haben Hedge-Fonds noch größere Flexibilität auf diesem Feld. Es gibt für sie allerdings keine EU-Regeln, deren Einhaltung Bedingung für einen erleichterten pan-europäischen Vertrieb wäre. „Stattdessen gibt es einen bunten Flickenteppich an nationalen Lösungen“, sagt Zeller.

Viele Experten kritisieren diese Situation. „Es wäre besser, sowohl für Dach-Hedge-Fonds als auch für Einzel-Hedge-Fonds eine EU-Lösung zu suchen“, meint beispielsweise Theisinger von Schroder. Im Detail gehen die Meinungen allerdings auseinander. So hält Mansfeld von der Union einen Rahmen für Dach-Hedge-Fonds für sinnvoll, weil diese Produkte auf Grund ihrer Streuung – sie investieren ihrerseits in Einzel-Hedge-Fonds – für Privatanleger geeignet seien. „Bei Einzel-Hedge-Fonds würde ich das eher bezweifeln.“

Diese Produkte können momentan in den meisten europäischen Ländern im Rahmen eines so genannten Private Placements angeboten werden. Das bedeutet den Verzicht auf jede Form von Werbung. Die Spielregeln dafür sind in jedem Land anders. „Viele Branchenvertreter würden es begrüßen, wenn es auf diesem Gebiet zu einem Konsens kommen würde – aber das wäre eine Aufgabe für die nationalen Aufsichtsbehörden“, sagt Mansfeld.


Der status quo und die Zukunft

Regeln
Vor einem Jahr legte die EU-Kommission ihr Grünbuch vor. Es enthielt Fragen, inwieweit der Rahmen für pan-europäisch angebotene Fonds mit bestimmten Mindestanforderungen (Ucits) verbessert werden könnte. Am 19. Juli diskutiert die Kommission das Thema in Brüssel mit Vertretern von Verbänden, Banken, Anwaltskanzleien, Aufsichtsbehörden. Im Herbst dürfte die Behörde ihre Vorschläge im Weißbuch veröffentlichen.

Risiken
Derzeit sollen die Risiken über Mischungsrestriktionen reduziert werden. So darf ein Fonds nur fünf Prozent seiner Mittel in Papieren eines Emittenten investieren, zum Beispiel in Daimler-Aktien. Experten halten einen Ansatz am Ergebnis für besser. Beim Value-at-Risk etwa wird kalkuliert, mit welchem Depotrückschlag bei starken Kursrutschen an den Kapitalmärkten zu rechnen wäre.

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