Nach Berechnungen von Versicherern bringt eine klassische Riester-Rentenversicherung einem heute 35-jährigen Durchschnittsverdiener mit 30 000 Euro Jahreseinkommen, der stets die maximal geförderte Summe einzahlt, eine zusätzliche, sichere Rente von bis zu vierhundert Euro im Monat. Ihm bleibt zwar die Option auf eine Überschussbeteiligung, und bei Fondssparplänen besteht die Chance auf höhere Renditen. Dennoch dürfte ein Riester-Vertrag allein die Rentenlücke nicht stopfen können, zumal die gesetzliche Rente eines heute 35-Jährigen Schätzungen zufolge auf gut die Hälfte des aktuellen Einkommens sinken wird und er auch die Riester-Rente voll versteuern muss.
Viele Riester-Sparer können aber noch etwas für ihre Rente tun: Heute versäumen zahlreiche Vertragsinhaber, ihre staatlichen Zulagen zu beantragen. Wie einer der großen Anbieter von Riester-Versicherungen, die Allianz, ermittelte, gilt das für mehr als ein Zehntel ihrer Riester-Kunden. Dies kostet die Sparer Hunderte von Euro im Jahr. Außerdem prüft das Finanzamt ohne Zulagenantrag auch nicht, ob Zulagen oder Steuervorteil günstiger für den Vertragsinhaber ist. Bis Ende 2007 kann man noch die Zulagen für 2005 beantragen.
Zum Schluss noch einmal die wichtigsten Punkte in Kürze: Die Riester-Rente fördert das private Sparen für eine Zusatzrente im Alter über Zulagen und einen Steuervorteil. Förderung von 2008 an bekommt jeder, der in eine Rentenversicherung, einen Fonds- oder Banksparplan einzahlt, Zulagen bis zu 154 Euro, für jedes Kind 185 Euro. Bislang sind es 114 beziehungsweise 138 Euro. Die Zulage für Kinder, die ab 2008 geboren werden, beträgt 300 Euro. Eine Sonder-Zulage von 300 Euro erhalten Eltern für Kinder, die ab 2008 geboren werden.
Junge Menschen unter 21 Jahren bekommen zudem einmalig 100 Euro, wenn sie einen Vertrag abschließen. Außerdem kann man für Sparraten ab 2008 bis zu 2100 (bislang: 1575) Euro minus Zulagen von der Steuer absetzen. Im Rentenalter werden die Auszahlungen versteuert. Riester-Verträge garantieren den Kapitalerhalt und werden als Rente ausgezahlt. Sie beinhalten ab dem Alter von 85 Jahren generell eine Leibrente. 30 Prozent des Kapitals kann man sich bei Rentenbeginn auszahlen lassen. Der Sparer verschiebt die Besteuerung und hofft, dass seine Steuerlast im Alter geringer ist. Zudem bekommt er Zulagen geschenkt.
