Die japanische Regierung hatte ihrerseits gute Argumente, die Aufstockung der TCI-Beteiligung abzulehnen. J-Power betreibt das einzige landesweite Hochspannungsnetz und verteilt Energie zwischen den regionalen Versorgern. Unterblieben hier Investitionen, drohten Stromausfälle, rechtfertigte Industrieminister Akira Amari die Entscheidung.
Zudem plant J-Power den Bau eines Plutoniumreaktors, der ein wichtiges Glied in der nuklearen Brennstoffkette werden soll. Da half auch ein Kompromissangebot von TCI nichts: Der Hedge-Fonds wollte auf Stimmrechte verzichten und als reiner Finanzinvestor auftreten. Hohn und seine Kollegen verzichteten damit nach eigener Darstellung auf das Recht, in Fragen der Infrastrukturinvestitionen hineinzureden. „Die Regierung konnte nicht überzeugend erklären, warum dieser Plan nicht akzeptabel sein soll“, sagte Analyst Kengo Nishiyama von Nomura Securities.
Über die Sachargumente hinaus ist TCI der japanischen Öffentlichkeit auch durch sein aggressives Auftreten aufgefallen: Da kommt der gerade 31-jährige TCI-Fondsmanager John Ho aus Hongkong und wirft den Japanern vor, ihr Land nicht richtig zu organisieren. Der Inselstaat sei der am stärksten abgeschottete Investmentmarkt der Welt; die Entscheidung markiere einen schwarzen Tag für Japan, klagte Ho.
Die Regierung gab TCI zwar in asiatischer Manier vor Bekanntgabe der Entscheidung die Chance, das Gesicht zu wahren und das Angebot freiwillig zurückzuziehen. Aber TCI legte im Gegenteil Beschwerde gegen den Beschluss ein.
