Garantiefonds - mehr Sicherheit, weniger Rendite
Für Anleger, die Investment-Risiken weitgehend ausschließen wollen, haben die Fondsgesellschaften Garantiefonds erfunden. Allerdings ist Garantie nicht gleich Garantie. Rückzahlungs-Garantien gibt es in vier verschiedenen Modellen.
Variante 1: Kapitalgarantie. Bei Fonds mit Kapitalgarantie werden am Ende der Laufzeit die Anteile mindestens zum Ausgabepreis zurückgezahlt. Oft ist der Kauf des jeweiligen Fonds nur innerhalb einer bestimmten Frist möglich, und die Gesamtlaufzeit ist auf einen vorher bestimmten Termin befristet.
Variante 2: Fonds mit Sicherheitspuffer. Solche Fonds sind so konstruiert, dass sie binnen eines Kalenderjahres nur einen geringen Prozentsatz an Wert verlieren können. Beträgt dieser Satz zum Beispiel zehn Prozent, bekommen Anleger, die Anfang des Jahres einsteigen und am Jahresende verkaufen, zumindest 90 Prozent ihres Kapitaleinsatzes wieder heraus.
Variante 3: Fonds mit Lock-in-Funktion. Hier sind Gewinnstufen vordefiniert. Sobald der Fonds eine Gewinnstufe erreicht, wird der bis dahin erreichte Wert als Mindestauszahlung fixiert. Wie auf einer Art Leiter kann der Garantiewert des Wertpapiers so nach oben klettern.
Variante 4: Fonds mit flexibler Absicherung. Solche Fonds investieren einen Teil des Vermögens in Verkaufsoptionen. Steigen die Börsenkurse, gewinnen die Aktien an Wert. Bei fallenden Aktienkursen steigt der Wert der Optionen. Der Effekt ist eine schwankungsreduzierte Performance.
Gemeinsam ist allen Garantiefonds, dass ihr Anteilspreis während der Laufzeit nur zu einem bestimmten Prozentsatz an der Entwicklung des jeweiligen Aktienmarktes teilnimmt. Denn die verschiedenen Absicherungsvarianten - je nach Fonds-Konzept in Form einer Investition in Verkaufsoptionen oder Anleihen - müssen natürlich finanziert werden. In Hausse-Phasen bleiben Garantie-Fonds hinter reinen Aktienfonds in der Wertentwicklung deshalb zurück. Dafür werden Kursrückgänge zum Teil aufgefangen - ausgeschlossen werden sie allerdings grundsätzlich nicht.
Fazit: Fonds bieten je nach Ausrichtung und Managementansatz ganz verschiedene Grade an Sicherheit. Sie sind aber durch die Streuung auf viele verschiedene Wertpapiere auf jeden Fall weniger schwankungsanfällig als ein Direktinvestment - zum Beispiel in Aktien eines einzigen Unternehmens. Die Behandlung des investierten Kapitals als Sondervermögen schützt das Anlegergeld vor dem Zugriff Dritter.
