+++ Liveticker EZB +++
EZB will Banken entlasten

Mario Draghi kündigt den Ankauf von fragwürdigen Papieren an, um die Banken zu entlasten. Dafür will er notfalls eine Billion Euro in die Hand nehmen. Hans-Werner Sinn fordert die Bundesregierung zum Einschreiten auf.
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+++ Sinn: Bundesregierung muss gegen EZB vorgehen +++

Hans-Werner Sinn fordert die Bundesregierung zu einem aktiven Einschreiten gegen den Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) auf. „Auch wenn die EZB nicht müde wird, das Gegenteil zu behaupten: Sie betreibt eine fiskalische Rettungspolitik, zu der sie durch die EU-Verträge explizit hätte befugt werden müssen“, sagte der Ifo-Chef. Es sei offenkundig, dass die EZB damit ihr Mandat überschreite. „Die Bundesregierung ist verpflichtet, aktiv dagegen vorzugehen“, forderte Sinn. „Und wenn sie es nicht tut, kann sie jeder Bürger vor dem Bundesverfassungsgericht verklagen, es zu tun.“

+++ Eine Billion für Wertpapier-Käufe +++

Die EZB will für ihr neues Wertpapier-Ankaufprogramm bis zu eine Billion Euro in die Hand nehmen.

+++ Börse reagiert enttäuscht +++

Anleger an den europäischen Aktienmärkten reagierten enttäuscht auf die Rede von Draghi. Der Dax drehte während der Pressekonferenz ins Minus und fiel um bis zu ein Prozent auf ein Sechs-Wochen-Tief von 9283 Punkten. Der Euro stieg um 0,2 Prozent auf 1,2653 Dollar. Jeremy Batstone-Carr von Charles Stanley erklärte, die angekündigten Käufe seien Mikro-Maßnahmen, die nicht auf eine Belebung der Kreditvergabe zielten, sondern die Rettung von Banken, die den Stresstest verfehlt hätten.

Am Aktienmarkt gerieten vor allem einige Bankenwerte unter Druck: der EuroStoxx-Banken-Index verlor in der Spitze drei Prozent. Zu den größten Verlierern zählten italienische und spanische Banken wie die Banco Populare und die spanische BK Popular mit Abschlägen von bis zu fünf Prozent. Commerzbank rutschten mit einem Abschlag von 3,4 Prozent ans Dax-Ende. Deutsche Bank verloren zwei Prozent.

+++ EZB will nicht Schwarzer Peter sein +++

Draghi wird gefragt, ob er verstehen kann, dass der Unmut in der europäischen Bevölkerung groß ist. „Wir haben Verständnis für die Proteste der Menschen“, antwortet Draghi. „Aber die EZB ist nicht schuld an der Situation. Die EZB als Schwarzen Peter zu sehen - das sollte man korrigieren.“

+++ Euro muss bleiben +++

„Der Euro kann nicht abgewickelt werden“, sagt Draghi auf die Frage eines Journalisten.

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  • @Matthias Schneider

    "Herr Draghi hat nicht nur das Ende des Euro, sondern auch das der EU verkündet."

    So gesehen müssen wir Herrn Draghi dankbar sein ;-)

  • Schäubles und Merkels Pension sowei die all der alternativ- und phantasielosen Tänzer um ihren Götzen Euro natürlich ebenso. Das neue Vertrauen würde die AfD glatt 5% Wählergunst kosten. Also Frau Merkel: gehen sie mal mit gutem Beispiel voran!

  • Summarizing Today's Draghi Press Conference In One Tweet:

    https://twitter.com/pdacosta/status/517677970450694144/photo/1

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