Abbau fauler Kredite
EZB-Vizechef fordert europäische Strategie

Nach den Worten von EZB-Vize Constancio soll die Euro-Zone eine gemeinsame Strategie zum Abbau fauler Kredite entwickeln. Die Interessen von Banken, Anlegern und Behörden müssten aufeinander abgestimmt werden.
  • 0

BerlinEZB-Vizechef Vitor Constancio hat eine umfassende Strategie zum Abbau fauler Kredite (NPL) in der Euro-Zone gefordert. Im Kern gehe es darum, die Interessen von Banken, Anlegern und Behörden aufeinander abzustimmen, schreibt der Portugiese in einem Gastbeitrag für die „Börsen-Zeitung“ vom Mittwoch. „Bei einer entsprechenden Struktur konnten nationale Vermögensverwaltungsgesellschaften (AMC) erfolgreich dazu beitragen, dass sich die Belastung der Banken durch die NPL-Bestände verringerte und der Wert der Aktiva realisiert wurde“, so Constancio. Gäbe es ein Konzept für nationale AMC im Euroraum, würden „die zuständigen Stellen Zeit und Geld sparen“.

Neben nationalen Vermögensverwaltungsgesellschaften könnten aus Constancios Sicht auch Verbriefungsprogramme einen Impuls geben: „Hier dürften Eingriffe der öffentlichen Hand erforderlich sein, um zu signalisieren, dass der Staat entschlossen Strukturreformen vorantreibt, mit denen die Bewertung der Vermögenswerte verbessert wird“, schreibt der stellvertretende Präsident der Europäischen Zentralbank.

Laut EZB-Direktor Yves Mersch könnte mehr Transparenz und Standardisierung bei ausfallgefährdeten Krediten dabei helfen, einen Markt für solche Risiko-Darlehen zu schaffen. Er zeigte sich jüngst offen für ein EU-weites Register für faule Kredite der Banken. Die EU kämpft schon lange mit dem Problem. Die faulen Kredite drücken nicht nur auf die Gewinne der Banken, sondern belasten laut Constancio auch das Wirtschaftswachstum. Er beziffert das Volumen der NPL, die in den Bankbilanzen zu Buche schlagen, für die Euro-Zone auf fast eine Billion Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Abbau fauler Kredite: EZB-Vizechef fordert europäische Strategie"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%