Andreas Dombret
Bundesbank-Vorstand sieht keine Wende bei der Inflation

Obwohl die Wirtschaft inzwischen stärker wächst, ist die Inflationsentwicklung des Euro-Raums eher schwach, findet Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret. Die EZB-Geldpolitik wird in diesem Zuge kontrovers diskutiert.
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FrankfurtDie Inflationsentwicklung im Euro-Raum ist nach Einschätzung von Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret trotz eines stärkeren Wirtschaftswachstums nach wie vor eher schwach. „Die Anzeichen für einen nachhaltigen Umschwung bei der Inflation sind bislang verhalten“, sagte Dombret am Montag auf einer Veranstaltung im südafrikanischen Pretoria laut Redetext. Daher bestehe breite Übereinstimmung darin, dass eine expansive Geldpolitik aktuell sehr berechtigt sei. „Worin sich die Ansichten jedoch unterscheiden, ist, wie stark die EZB auf das geldpolitische Pedal treten und welche Instrumente sie einsetzen sollte,“ sagte der Notenbanker. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hatte im Juli angesichts des sich festigenden Aufschwungs für eine etwas weniger expansive Geldpolitik plädiert.

Zwar wächst die Wirtschaft im Euro-Raum immer kräftiger – zuletzt um 0,6 Prozent im zweiten Quartal. Dennoch lag im Juli die Teuerungsrate mit 1,3 Prozent noch weit vom EZB-Ziel einer Inflation von knapp unter zwei Prozent entfernt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält deshalb seit längerem ihre Geldschleusen weit offen und sorgt mit einem Leitzins auf Rekordtief von 0,0 Prozent für günstige Finanzierungsbedingungen. Zudem erwerben die Währungshüter seit März 2015 in großem Stil Staatsanleihen und andere Schuldentitel, um Geldhäuser zur stärkeren Kreditvergabe anzuregen. Weidmann stand den Staatsanleihenkäufen von Anfang an kritisch gegenüber.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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