Andreas Dombret
Bundesbank-Vorstand verteidigt EZB-Politik

Die Bundesbank und die Europäische Zentralbank sind sich oft nicht einig. Bundesbank-Vorstandsmitglied Andreas Dombret nimmt die EZB nun in Schutz – und warnt dennoch vor den Folgen ihrer Politik.

FrankfurtBundesbank-Vorstand Andreas Dombret hat die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) verteidigt. „Eine expansive Geldpolitik ist im Euro-Raum derzeit durchaus angemessen, auch wenn man über einzelne Instrumente natürlich unterschiedlicher Auffassung sein kann”, sagte Dombret am Mittwoch auf einer Veranstaltung in Berlin laut Redetext. Vor allem die gedämpften Inflationsaussichten und das verhaltene Wachstum in der Euro-Zone rechtfertigten dies.

Risiken und Nebenwirkungen würden aber zunehmen, je länger die Zeit des billigen Geldes anhalte, warnte Dombret. „Daher darf die Niedrigzinspolitik nicht länger andauern als aus Sicht der Preisstabilität unbedingt erforderlich.” Am Dienstag hatte auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble auf die Gefahren einer langanhaltenden Nullzinspolitik hingewiesen.

Die EZB hält ihre Geldschleusen schon seit längerem weit offen. Die Leitzinsen liegen inzwischen bei null Prozent, überdies müssen Banken Strafzinsen zahlen, wenn sie bei der Notenbank über Nacht überschüssiges Geld horten. Seit März 2015 pumpt die EZB außerdem über ein massives Anleihe-Kaufprogramm Monat für Monat Milliarden in das Finanzsystem der Währungsunion, um die Kreditvergabe anzukurbeln.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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