Anhörung vor dem Europaparlament

Draghi warnt vor Risiken im Immobiliensektor

EZB-Chef Mario Draghi sieht in acht EU-Ländern besondere Gefahren für eine Überhitzung am Häusermarkt. Es ist das erste Mal, dass die europäischen Risikowächter ihre Warnungen öffentlich machen.
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Der EZB-Präsident warnt vor Risiken bei Wohnimmobilien. Quelle: AFP
Mario Draghi

Der EZB-Präsident warnt vor Risiken bei Wohnimmobilien.

(Foto: AFP)

FrankfurtMario Draghi ist nicht nur Chef der Europäischen Zentralbank. Als solcher hat er milliardenschwere Anleihekäufe durchgesetzt und die Zinsen auf einen historischen Tiefstand gesenkt. Gleichzeitig leitet der Italiener ein Gremium, das Risiken für die Finanzmärkte in der EU aufspüren soll – den Europäischen Ausschuss für Systemrisiken (ESRB).

Die Risikowächter warnen vor einer Überhitzung des Marktes für Wohnimmobilien. Der ESRB habe Warnungen an die zuständigen Ministerien in acht EU-Ländern versandt, sagte Draghi am Montag in einer Anhörung vor dem Europaparlament. Einen blauen Brief aus Frankfurt erhielten Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Luxemburg, die Niederlande, Schweden und Großbritannien. Es ist das erste Mal, dass die Risikowächter ihre Warnungen öffentlich machen.

In diesen Ländern könnte der Immobilienmarkt die Finanzstabilität gefährden, wenn es zu stärkeren wirtschaftlichen Schwankungen komme. „Falls es einen Schock gibt, können diese Anfälligkeiten schnell zu tatsächlichen Risiken werden,“ sagte Draghi. Es gehe zwar nicht um kurzfristige, sondern eher mittelfristige Gefahren. Wichtig sei aber, in guten Zeiten Warnungen zu geben und Vorsorge zu treffen.

Die Probleme in den betroffenen Ländern unterscheiden sich im Detail. Es gibt jedoch zwei Parallelen: Zum einen gibt es Zweifel daran, ob Schuldner dort ihre Hypothekenkredite auch dann zurückzahlen können, wenn sich die wirtschaftlichen Bedingungen deutlich ändern. Zum Beispiel kann es im Falle einer wirtschaftlichen Flaute und hoher Arbeitslosigkeit zu hohen Kreditausfällen kommen.

Zum anderen birgt dort ein abrupter Rückgang der Immobilienpreise ein weiteres Risiko für die Banken. Denn dies würde das Vermögen verschuldeter Haushalte und den Wert ihrer bei den Banken hinterlegten Sicherheiten mindern.

Die Warnungen von Draghi und den Risikowächtern kommen nicht von ungefähr. In der Vergangenheit sind Finanzkrisen sehr oft vom Häusermarkt ausgegangen. In vielen EU-Ländern hat der Markt für Wohnimmobilien große Bedeutung für die Banken. So haben Häuserkredite in Dänemark einen Umfang von etwa 110 Prozent der Wirtschaftsleistung, in Schweden und Großbritannien liegt der Anteil bei rund 60 Prozent.

In den vergangenen drei Jahren sind die Immobilienpreise in den meisten EU-Ländern stärker gestiegen als Einkommen und Mieten. In einigen Ländern wuchsen gleichzeitig die Hypothekenkredite und die Verschuldung der privaten Haushalte deutlich.

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6 Kommentare zu "Anhörung vor dem Europaparlament: Draghi warnt vor Risiken im Immobiliensektor"

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  • Draghi warnt vor der Immobilienblase, die er durch die schrankenlose Geldvermehrung selbst verschuldet hat.

  • Die Worte eines Banditen sind nicht relevant!!!!

  • ....und danach -Änderungen sind bereits geplant- werden die Grundsteuern für die klammen Städte u. Kommunen als wichtigtse Einnahmequelle analog der ital. IMU deutlich für die Immo-Besitzer erhöht.

    So funktioniert Politik, die sich um ihr Salär und ihre späteren Pensionen keine Gedanken machen brauchen. Ihr Geld kommt ja von uns Steuerzahlern.

  • ........und dann wird die Inflation ausgerufen, nachdem die Sparvermögen und die Altersvorsorgeprodukte in Form von Kapitallebens -u. Rentenversicherungen durch die Nullzinspolitik schon sehr deutlich mit 40 bis 50% geschrumpft sind.

    Das wäre dann der nä. Schachzug gegen die Sparer.  

  • Der Brandstifter "warnt" andere vor dem von ihm gelegten Feuer ... alles klar!?

  • Es ist einfach unfassbar.... Da schafft die EZB mit der Herabsetzung der Zinsen den besten Nährboden für Immobilienkauf und Spekulation und warnt jetzt vor einer Überhitzung des Marktes.
    Die EZB hat es in der Hand, dass es nicht zur Katastrophe kommt.
    Nicht warnen, handeln !

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