Anlagestrategen
Wann dreht die Fed an der Leitzinsschraube?

Noch zögert die US-Notenbank mit der ersten Zinserhöhung in diesem Jahr – doch wie lange noch? Internationale Anlageexperten wie der Anleihespezialist Bill Gross glauben, dass es bald so weit sein könnte.

New York/FrankfurtDrei der weltweit einflussreichsten Investoren an den Bondmärkten sowie der Präsident der Federal Reserve von New York sind der Ansicht, dass die US-Notenbank weiter auf Kurs ist, die Zinsen anzuheben. Der Spielraum für eine Zinserhöhung sei da, auch wenn im April weniger neue Arbeitsplätze geschaffen wurden als Ökonomen vorausgesagt hatten. Zuletzt hatte die Fed im Dezember den Leitzins von einem Rekordtief nahe null Prozent etwas erhöht. Weitere Anhebungen waren geplant, wurden aber wegen globaler Entwicklungen verschoben.

Bill Gross, früherer Manager des weltweit größten Anleihefonds, hält bereits auf der nächsten Sitzung der Federal Reserve im Juni eine Zinserhöhung für wahrscheinlich. Mohamed El-Erian, volkswirtschaftlicher Chefberater der Allianz, geht von zwei Zinsschritten in diesem Jahr aus – ebenso wie Mark Kiesel von Pacific Investment Management und William Dudley, Präsident der New Yorker Fed.

Gross und seine Kollegen warnen Investoren davor, die Fed auszuzählen, nachdem das Arbeitsministerium am Freitag mitgeteilt hatte, dass die US-Arbeitgeber im April 160.000 neue Arbeitsplätze geschaffen haben und damit unter der Erwartung von 200.000 Stellen geblieben waren. Janet Yellen, die Vorsitzende der Fed, richtet ihr Augenmerk auch auf die Unternehmensergebnisse, die gegenüber dem Vorjahr stärker als erwartet um 2,5 Prozent gestiegen sind.

„Yellen hat ihren Fokus mehr auf den Löhnen als auf den Jobzahlen“, sagte Gross, Fondsmanager des Janus Global Unconstrained Bond Fund, im Interview mit Bloomberg Television. Gross hält die zweijährigen Renditen derzeit für zu niedrig.

Zweijährige Treasuries rentierten am Montag bei 0,73 Prozent. Am 6. Mai war die Rendite auf 0,68 Prozent gesunken – der niedrigste Stand in fast drei Monaten. Die zweijährige Rendite liegt 23 Basispunkte über dem oberen Ende der Zielspanne der Fed für ihren Leitzins im Vergleich zu durchschnittlich 41 Basispunkten im vergangenen Jahr.

Die Finanzmärkte seien relativ ruhig und ein schwächerer Dollar werde es den Geldpolitikern erleichtern zu handeln, sagte El-Erian gegenüber Bloomberg Television. „Ich denke, sie werden mindestens einmal straffen“, sagte er. Sie könnten aber auch zweimal tätig werden, fügte er hinzu.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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