Anleihekäufe und Leitzins
Die EZB bleibt ihrem Kurs treu

Die EZB hält an ihrem Anleihekaufprogramm fest und belässt den Leitzins auf rekordniedrigen 0,05 Prozent. Zwar gehen die leicht steigenden Preisen in die richtige Richtung – das Inflationsziel ist dennoch weit entfernt.
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FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) will ihre Geldschleusen auch angesichts erster Erfolge im Kampf gegen die gefährlich niedrige Inflation offenhalten. Ihr über eine Billion Euro schweres Programm zum Kauf von Staatsanleihen wollen die Währungshüter ohne Abstriche fortführen, wie EZB-Präsident Mario Draghi am Mittwoch nach der Ratssitzung in Frankfurt sagte. „Eine vollständige Umsetzung aller geldpolitischen Schritte wird der Wirtschaft in der Euro-Zone die notwendige Unterstützung geben.“

Die EZB schleust mit ihren Anleihekäufen Woche für Woche Milliarden in das Bankensystem. Bis September 2016 wollen die Währungshüter Wertpapiere im Volumen von insgesamt 1,14 Billionen Euro erwerben. Draghi will damit diese Titel für Banken unattraktiver machen, damit sie stattdessen mehr Kredite an die Wirtschaft vergeben. Vor der Urlaubszeit will die EZB die Käufe vorübergehend beschleunigen – entsprechend sollen dann im Juli und August weniger Papiere erworben werden.

Passend zum planmäßigen Ankauf von Staatsanleihen, wird die EZB den Leitzins bei rekordniedrigen 0,05 Prozent belassen. Der Einlagensatz bleibt bei minus 0,20 Prozent und den Spitzenrefinanzierungssatz bei 0,30 Prozent, wie der EZB-Rat mitteilte.

Draghi sieht den Zeitpunkt für einen Kurswechsel also noch nicht gekommen. Die lockere Geldpolitik habe bereits zu einer Erleichterung der Finanzierungsbedingungen im Währungsraum beigetragen. Bei der Inflation zeichnen sich zudem zaghafte Erfolge ab: So waren im Mai die Preise in der Euro-Zone erstmals in diesem Jahr gestiegen.

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