Anleihenkauf
Risikoaufschläge von Krisenanleihen sinken dank EZB

Die angekündigten Anleihenkäufe von EZB-Chef Draghi sorgen für Entlastung. Die Renditen für Krisenpapiere sanken deutlich. Besonders Italien, Portugal und Spanien profitieren von den Plänen der EZB.
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Frankfurt/MainDas neue Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) zeigte am Donnerstag Wirkung und hat die Risikoaufschläge für Staatspapiere der Krisenländer stark gedrückt. Besonders bei italienischen, spanischen und portugiesischen Staatsanleihen sorgten die Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi für Entlastung. Die EZB will unbegrenzt, aber zu strikten Konditionen Anleihen von Krisenländern kaufen.

Besonders deutlich war der Renditerückgang bei zehnjährigen spanischen Anleihen. Die Rendite fiel unter die Marke von sechs Prozent. Zuletzt sank sie auf 5,96 Prozent. Spanien gilt derzeit als das Land, das möglicherweise als erstes Land von dem neuen Programm profitieren könnte. Auch in Portugal ging die Zehnjahresrendite stark zurück und lag bei 8,36 Prozent. Für Italien fiel die Rendite auf 5,24 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland lag die entsprechende Rendite bei 1,55 Prozent.

Auch im zweijährigen Bereich gingen die Renditen zurück – wenn auch nicht ganz so deutlich wie in den langen Laufzeiten. Die EZB will kurz laufende Anleihen mit einer Laufzeit von bis zu drei Jahren erwerben. Allerdings waren die Renditen der Kurzläufer in den vergangen Tagen bereits deutlich stärker gefallen als im längerlaufenden Bereich. Der Abwärtstrend hatte bereits Ende Juli eingesetzt, als EZB-Chef Draghi bei einer Rede in London Interventionen signalisierte.

Spanien hatte sich am Donnerstag bereits vor der Pressekonferenz der EZB zu deutlich günstigeren Bedingungen am Primärmarkt refinanzieren können. Die Renditen für die versteigerten Anleihen mit einer Laufzeit bis 2014, 2015 und 2016 gingen im Vergleich zur letzten Auktion deutlich zurück.

Das neue EZB-Anleihekaufprogramm dürfte nach Einschätzung der Berenberg Bank funktionieren. „Die EZB hat sich selbst die Instrumente gegeben, um auch schwerwiegende Ansteckungsgefahren zu bekämpfen“, schreibt Chefvolkswirt Holger Schmieding in einer Studie. Dank der Maßnahmen könnten die Rettungsschirme effektiv arbeiten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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