Anleihenprogramm der EZB
Mario Draghis Notfallkoffer

Im Kampf gegen die Euro-Krise setzt der EZB-Chef auf starke Worte. Doch die Märkte wollen wissen, zu welchen Taten er bereit ist. Handelsblatt Online prüft seine Optionen - auf Wirksamkeit, Risiken und Nebenwirkungen.
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DüsseldorfMario Draghis Lippen bewegen Milliarden. Kaum jemand hat so viel Einfluss auf die Märkte wie er. Deshalb ist dem EZB-Chef die Aufmerksamkeit der Börsianer gewiss, wenn er am Donnerstag vor die Öffentlichkeit tritt. Diesmal werden die Börsianer sogar noch genauer hinhören, als sonst, denn Draghi hat im Vorfeld hohe Erwartungen geweckt. Auf der letzten EZB-Sitzung hatte er klar gemacht, dass die EZB zu einer massiven Intervention am Anleihemarkt bereit ist. Seither bewegt die Märkte vor allem eine Frage: Wie weit kann Draghi gehen?

Draghi hat einen möglichen Eingriff am Anleihemarkt damit begründet, dass die Zinspolitik der EZB in der Wirtschaft nicht ankommt. Die EZB senkte den Leitzins bereits in mehreren Schritten auf das ultraniedrige Niveau von 0,75 Prozent. Doch dort, wo niedrige Zinsen am nötigsten wären, nämlich in den Krisenländern, kommen sie nicht an. Spanien musste Ende Juli für kurzläufige Anleihen fast sieben Prozent Zinsen zahlen. Da dieser Zins nur die untere Plattform bildet, liegen die Zinsen für spanische Unternehmen und Privathaushalte noch deutlich höher.

Draghi kann mit Zinssenkungen nicht viel bewirken, deshalb setzt er nun auf Anleihekäufe. Bundesbank-Chef Jens Weidmann hingegen brandmarkt sie als Rechtsbruch. „Eine solche Politik ist für mich zu nah an einer Staatsfinanzierung durch die Notenpresse,“ sagte er jüngst im Spiegel- Interview.

Rein formell kann Weidmann gegen Draghis-Kurs wenig ausrichten. Seine Stimme im EZB-Rat zählt so viel, wie die des maltesischen Notenbankchefs. Doch Weidmann repräsentiert das wirtschaftsstärkste und mächtigste Euro-Land. Gegen die deutsche Politik und gegen den Widerstand der deutschen Öffentlichkeit, kann Draghi wenig machen. Wenn der Bundesbank-Chef den Kurs der EZB nicht mitträgt, fällt es Draghi jedoch viel schwerer die deutsche Politik und Öffentlichkeit von seinem Kurs zu überzeugen.

Entscheidend für Draghis neues Programm ist deshalb, auf welchen Widerstand er trifft - innerhalb der EZB, aber auch von Seiten der Politik. Weidmann steht mit seiner Position im EZB-Rat nicht völlig alleine, obwohl er auf der letzten Ratssitzung als einziger dagegen gestimmt hat. Auch sechs weitere Notenbanker sollen in der Debatte über Anleihekäufe zunächst gegen Draghi opponiert haben, später aber auf dessen Linie eingeschwenkt sein.

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  • Der eigentliche Grund, warum wir Deutschen jetzt den Euro haben, ist übrigens die Arroganz der Bundesbank: Die wollte jahrelang keine französischen Francs als Währungsreserven aufnehmen. Da auch die deutsche Politik sich weigerte Einfluss auf die BUndesbank zu nehmen, sorgten die Franzosen mit dem Euro dafür, die "Vormacht" der Bundesbank zu brechen.
    Das Ergebnis sehen wir heute.

  • Die EZB ist doch nur ein Ableger von Goldman Sachs. Und die regieren die Welt.
    Bis auf Syrien, Nordkorea und den Iran. Die haben eigene Zentralbanken.
    Früher war das auch in Libyen und im Irak so gewesen.

    Einstmals sagte ein römischer Senator:
    Laßt uns den Sklaven ein Band um den Arm binden, damit sie jeder sofort erkenne. Da sagte ein Anderer. Lieber nicht. Dann sehen sie sofort, wie viele sie sind.

    Solange die Menschen nicht wissen, wie das Geld und die Wurst gemacht werden, können sie besser schlafen.

    Würde der Staat, wie es ihm eigentlich zustände, sein eigenes Geld aus der Luft schöpfen und dieses Monopol NICHT den Privatbanken überlassen,
    müsste er es sich nicht für teures Geld = ZinsesZins borgen und wir bräuchten dann ALLE KEINE Steuern zu bezahlen.

    Unser GANZES Leben wird also nicht von der Politik, sondern von den Banken bestimmt. Ein einzigartiges Betrugssystem. Der ESM hat nahezu die gleichen Strukturen wie die FED. Die Versklavung wird damit auf EU Ebene hochgefahren.

  • Was will Herr Draghi wirklich ? Da sich die Renditen für 3-jährige Spanien-Anleihen bereits bei rd. 3% bewegen und die EZB angeblich nur in diesem Bereich aktiv werden will, erscheint das Anleihekaufprogramm auf den ersten Blick überbewertet. Es ist allerdings eher wahrscheinlich, dass es in Wahrheit um die Finanzierung der Staatsdefizite geht. Aufgrund der politischen Unsicherheiten in Italien un Spanien ist es nicht unwahrscheinlich, dass es in Kürze keine Investoren mehr gibt, die überhaupt noch Staatsdefizite finanzieren wollen.

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