Bank of Korea
Südkoreas Zinsen auf Rekordtief

Südkoreas Zinsen sind auf einem neuen Rekordtief angelangt. Die Bank of Korea entschied sich überraschend dazu, ihre Geldpolitik noch weiter zu lockern. Grund ist die nach wie vor angespannte wirtschaftliche Lage.
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SeoulDie südkoreanische Zentralbank hat wegen der schwächelnden Konjunktur überraschend ihren Leitzins gesenkt. Er werde von 2,0 auf das Rekordtief von 1,75 Prozent gesetzt, kündigte die Notenbank am Donnerstag in Seoul an. „Wir haben gesehen, dass die Wirtschaft nicht so stark wächst wie erwartet und dass die Inflation geringer ist als angenommen“, begründete Notenbankchef Lee Ju Yeol den Schritt. „Wir haben daher entschieden, dass es besser ist, vorsorglich zu handeln.“ Die Entscheidung für die sechste Zinssenkung seit Juli 2012 fiel allerdings im Zentralbankrat nicht einstimmig: fünf Notenbanker stimmten dafür, zwei dagegen.

Südkorea schloss sich den Notenbanken in Thailand, Indien, Singapur, Australien und Indonesien an, die bereits ähnliche Schritte vollzogen haben. Den Börsen in Asien gab das Auftrieb, während die Landeswährung Won auf den niedrigsten Stand seit 20 Monaten fiel.

„Die Zinssenkung kam einen Monat früher als wir erwartet haben“, sagte Ökonom Lim Ji Won von JPMorgan Chase in Seoul. „Ein weiterer Schritt bleibt möglich, sollte sich die Konjunktur nicht merklich beleben.“ Die Zentralbank hatte ihre Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in diesem Jahr von 3,9 auf 3,4 Prozent gesenkt.

Wegen der schwächeren Konjunktur in China und der schwierigen Lage in vielen europäischen Ländern dürfte die Prognose im April nochmals gesenkt werden, erwarten Experten. Im Februar waren die Exporte so kräftig gefallen wie seit zwei Jahren nicht mehr.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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