Bankeinlagen EZB dämpft Furcht vor Strafzins

Die Europäische Zentralbank plant keinen negativen Zins für Bankeinlagen – vorerst. Für EZB-Ratsmitglied Nowotny ist die Maßnahme zumindest nicht „kurzfristig relevant“. Die EZB fürchtet sich vor unabsehbaren Effekten.
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Die EZB will vorerst keinen Strafzins auf Bankeinlagen erheben. Quelle: dpa

Die EZB will vorerst keinen Strafzins auf Bankeinlagen erheben.

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Bratislava/FrankfurtFührende EZB-Mitglieder haben Spekulationen über eine baldige Strafgebühr auf Einlagen von Geldhäusern bei der Zentralbank zurückgewiesen. EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny sagte am Freitag in Bratislava, ein negativer Einlagezins für Institute, die überschüssiges Geld bei der EZB parken, sei nur eine von vielen Möglichkeiten. „Aber es ist keine Option, die kurzfristig relevant ist.“

Zudem gebe es viele Aspekte zu berücksichtigen - „Nebeneffekte und psychologische Effekte“, betonte der Chef von Österreichs Notenbank. EZB-Präsident Mario Draghi hatte zuvor signalisiert, dass der Einlagezins von derzeit null Prozent künftig auch negativ sein könnte, um die Banken zu einer stärkeren Kreditvergabe zu animieren.

Nowotny sagte, die Märkte hätten die Diskussion „überinterpretiert.“ Draghi hatte auf der Pressekonferenz zur Zinssenkung am Donnerstag herausgestellt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) für die unübliche Option eines negativen Einlagezinses gerüstet sei. „Wir werden damit zurechtkommen, wenn wir uns dafür entscheiden“, sagte Draghi. Der Euro und vor allem Aktien von Geldinstituten waren daraufhin unter Druck geraten. In Reaktion auf die Äußerungen Nowotnys erholte sich der Euro wieder und stieg über die Marke von 1,31 Dollar.

Nowotnys finnischer Kollege Erkki Liikanen betonte, die Diskussion über einen negativen Einlagezins werde bereits seit längerem im Rat geführt. Man sei sich einig, dass unbeabsichtigte Folgen beherrscht werden müssten. „Das war bisher die Linie und daran hat sich gestern nichts geändert“, sagte der Geldpolitiker dem TV-Sender CNBC.

Und EZB-Direktor Yves Mersch betonte in Bratislava, die Zentralbank müsse sehr vorsichtig agieren, wenn sie Neuland betrete. Die Diskussion sei schwierig, da es keine Erfahrungswerte gebe. In direkter Nachbarschaft der Euro-Zone hat allerdings Dänemarks Notenbank bereits im vorigen Jahr einen solchen negativen Einlagezins eingeführt.

Der niederländische Notenbankchef Klaas Knot hatte daraufhin angekündigt, die EZB werde sich die Entwicklung dort genau anschauen, um daraus zu lernen. Die sogenannte Einlagefazilität der EZB gilt zugleich als Zinsuntergrenze am Tagesgeldmarkt. Laut EZB-Direktor Benoit Coeure gibt es Bedenken, ob Märkte mit einem negativen Zins funktionieren können.

Die EZB-Spitze hat den Leitzins gerade auf das Rekordtief von 0,5 Prozent gesenkt, um mit noch mehr billigem Geld die Rezession in vielen Ländern der Euro-Zone zu bekämpfen. Zudem wurde die Rundumversorgung der Banken bis Mitte kommenden Jahres verlängert. Draghi hatte zugleich signalisiert, dass die EZB auf einen negativen Einlagezins technisch vorbereitet sei. „Es gibt noch einige ungewollte Nebenwirkungen, die wir meistern müssen, wenn wir uns zum Handeln entscheiden“, fügte er hinzu.

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5 Kommentare zu "Bankeinlagen: EZB dämpft Furcht vor Strafzins"

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  • Kommunalwahl in England und Wales: Die Anti-Euro-Partei erreicht sagenhafte 26 % aus dem Stand!!! Das sollte der AfD für Deutschland viel Mut machen. Bis September dürfte die AfD zweistellig sein. AfD: Die echte Aternative zu den verbrauchten Altparteien. Warum sollten die Bürger noch den zusammenkrachenden Euro und die EU-Diktatur wählen??? Die AfD muss stark werden, damit die Diktatur vertrieben wird.

  • Der Euro ist der Untergang der EU. Das Kartenhaus fällt weiter in sich zusammen. Für die Bürger kann das nur bedeuten: raus aus dem Euro, Anlagen in Fremdwährungen, Werte schaffen, günstiges Gold kaufen, den Rest unter die Matratze. Und die AfD wählen, damit der Spuk so schnell wie möglich beendet wird. Alle Altparteien haben keine Lösungen mehr, außer dem Ausverkauf unseres Landes und der Selbstbedienung am Steuergeld: siehe Amigo-CSU.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Das Geld von Banken so schnell als möglich abzuziehen (wird sowieso bald Negativzinsen bringen) und zunächst nicht in unsinnige Dinge zu investieren, sondern nur in Dinge, die nicht beliebig vermehrbar sind. Ja, sie haben´s... z.B. in unbebaute Grundstücke und Edelmetalle, Investitionen in Agrarproduktion (wobei man hier sehen muss, dass dies bereits nichts mehr bringt, da monopolisiert von Monsanto & Co.), aber doch für die nächste Umgebung nicht unwichtig sein kann (man erinnere sich an die letzte Währungsreform bei der das Volk bei Bauern anstand um etwas essbares zu ergattern). Den Rest bunkern.
    Sobald die nächste Bombe gezündet ist (man wird es vernehmen, indem deutlich auf Inflation hingewiesen wird) das gebunkerte Geld in die oben beschriebenen Dinge vollends investieren!

    Nur dadurch, dass das Volk animiert wird, seine Ersparnisse auf den Markt zu werfen, kann noch Wachstum produziert werden, weil die vermeintlichen Geld-fluten nichts gebracht haben, was jemand der fehlerfrei auf drei zählen kann jedoch schon lange weiß! Genau das aber muss das informierte Volk verweigern!
    Auf die aufstrebenden Länder (BRIGS) koennen die ehemaligen Industriestaaten nicht zählen, denn sie bilden ihre eigene Weltbank und produzieren die von ihnen benötigten Güter weitgehend selbst!

  • Ich wundere mich seit einiger Zeit, wieso die Machteliten seit einiger Zeit so offen damit umgehen, dass die Bankguthaben des Volkes nicht mehr sicher sind, ja sogar ausdrücklich davor warnen. Wieso das geänderte Spiel?
    Man muss jedoch nur etwas nachdenken und begreift dann ziemlich schnell, dass die Spielregeln der Geld- und Machteliten einfacher sind als man sie sich vorstellen kann!

    Nein, das ist keine Geste der Ehrlichkeit, die langsam aufkommt, wie es so mancher interpretieren soll, es ist pures Kalkuehl und die Masse des Volkes fällt mit absoluter Sicherheit darauf rein, wetten? Ja, nur die Taktik hat sich geändert!

    Die grösste Krux des bestehenden Geldsystems ist, dass es unendliches und exponentielles Wachstum voraussetzt, sonst kollabiert es schon rein mathematisch!
    Schon Stagnation lässt das ganze System ins Trudeln kommen.
    Wachstum ist jedoch in den ehemaligen Industrieländern kaum mehr zu schaffen, da alles im Ueberfluss existiert, wodurch es mit exponentiellem erzeugt werden muss, der aber irgendwann den Profit daraus übersteigt und das ist bereits der Fall, wie man an der Autoindustrie unschwer sehen kann (exorbitante Rabatte)!

    Was muss also passieren, um Wachstum zu produzieren? Was ist die einfachste und dazu noch die schnellste Möglichkeit, das Geld das die Bevölkerung bunkert loszueisen?
    Richtig! Es ist die Angst, dass es einem abgenommen wird und dann ohnehin weg ist und das wurde eindrucksvoll in Zypern demonstriert (wobei es nicht weg ist, sondern es eben nur ein anderer hat).

    Jetzt haben sie´s!

    Gestützt wird diese Sache noch durch die Geld-flut, die Inflationsängste schürt, Diese wird jedoch durch allerhand Maßnahmen, auch statistischer Art, dem Volknoch als unproblematisch beschrieben. Diese Bombe wird aber dann gezündet werden, wenn die Ängste des Bankguthabensverlustes nicht fruchten! Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche!

    Was ist also zu tun?

    Das Geld von Banken so schnell als möglich abzuziehen (wird sowieso bald Negativzinse

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