Banken-Krise
EZB könnte italienische Bankkredite aufkaufen

Die Europäische Zentralbank und die italienische Regierung sollen über den Aufkauf fauler Bankkredite verhandeln. Die Transaktion könnte im Rahmen des Anleihekaufprogramms der EZB erfolgen.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank soll mit der italienischen Regierung über den Kauf fauler Kredite italienischer Banken verhandeln. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf das italienische Finanzministerium. Der Aufkauf könnte im Rahmen des Anleihekaufprogramms der EZB erfolgen.

Die italienischen Banken ächzen unter faulen Krediten von mehr als 200 Milliarden Euro, die sie während der dreijährigen Rezession in dem Land angehäuft haben. Die Gespräche über eine Stützung der Banken laufen schon fast ein Jahr. Bei der EU waren bisher Italiens Pläne für eine Bad Bank auf Ablehnung gestoßen, weil sie als unzulässige Staatshilfen gewertet wurden. Ende Januar einigte sich das Land mit der EU jedoch auf ein solches Modell.

Ein Ankauf fauler Kredite durch die Zentralbank, wie er nun diskutiert wird, dürfte abermals die Debatte anheizen, wie weit das Programm der EZB gehen darf darf. Der Notenbank wird vorgeworfen, beim Ankauf der Anleihen ein zu großes Risiko aufzunehmen.

Mitarbeiter des italienischen Finanzministeriums sagten der Nachrichtenagentur Reuters, dass die EZB die Anleihen entweder als Teil des 1,5 Billionen Euro schweren Anleihekaufprogramms erwerben könnte oder dass die Zentralbank sie als Sicherheit im Tausch gegen frisches Geld einbehält, auch Rückkaufvereinbarung genannt.

Die Europäische Zentralbank wollte sich gegenüber der Nachrichtenagentur nicht dazu äußern.

Die hohe Anzahl an faulen Krediten italienischer Banken verunsichert Investoren zunehmend. Seit Jahresbeginn haben sie Papiere der Banken verkauft und die Krise der Institute verschärft.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Julian Trauthig
Julian Trauthig
Handelsblatt / Deskchef Finanzen
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