Bargeld-Symposium
„Die Deutschen lieben das Bargeld“

Bundesbank-Chef Jens Weidmann weist Vorschläge nach Abschaffung des Bargelds zurück. Auch hinsichtlich einer Obergrenze für Barzahlungen gibt es Kritik. Ex-Verfassungsrichter Hans-Jürgen Papier sieht rechtliche Hürden.

FrankfurtIn kaum einem anderen Land zahlen die Menschen so gerne mit Bargeld wie in Deutschland. „Die Deutschen lieben das Bargeld“, fasst Bundesbank-Chef Jens Weidmann diesen Hang zusammen.

Mit deutlichen Worten hat er sich gegen Überlegungen ausgesprochen, Bargeld abzuschaffen.  „Solche Vorschläge wären (...) die falsche, völlig unverhältnismäßige Antwort auf die geldpolitischen Herausforderungen an der Nullzinsgrenze“, sagte Weidmann am Montag auf einer Tagung der Notenbank in Frankfurt. Er halte „die Abschaffung des Bargelds für kein sinnvolles Instrument, um die Geldpolitik zu beflügeln“.

Manche Ökonomen wie Kenneth Rogoff, Willem Buiter oder Larry Summers hatten sich für einen solchen Schritt ausgesprochen. Sie argumentieren, dass dies den Spielraum der Geldpolitik erhöhen würde. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins im Euroraum bereits auf null Prozent gesenkt. Solange es Bargeld gibt, sind weitere Zinssenkungen jedoch kaum wirksam, weil Sparer in Cash ausweichen können, argumentieren Ökonomen.

Im Mai hatte die Europäische Zentralbank außerdem das Aus für den 500-Euro-Schein beschlossen. Kritiker sehen es als ersten Schritt zur Abschaffung des Bargelds. Die EZB hat dies zurückgewiesen. Ihr Direktoriumsmitglied Yves Mersch sagte kurz nach der Entscheidung des EZB-Rates: „Wer glaubt, dass die Euro-Zone sich vom Bargeld verabschiedet, der irrt.“

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„Die Deutschen lieben das Bargeld“

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Ex-Verfassungsrichter hat Bedenken bei Obergrenze

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