Bernanke hält Vorlesung
Was ist denn eigentlich eine Zentralbank?

Ben Bernanke zieht es zurück an die Uni. In Vorträgen erzählt er Studenten aus der Welt der Zentralbanken. Er will es simpel zu machen - doch aus seiner Haut als mächtigster Notenbankchef der Welt kommt er nicht heraus.
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WashingtonEin solches Spektakel sieht auch eine der prominentesten Unis Amerikas nicht alle Tage. Übertragungswagen, Fernsehreporter, weiträumige Absperrungen und Sicherheitsleute – man kann nicht behaupten, die George Washington University im Zentrum der US-Hauptstadt würde ihren Studenten zu wenig bieten. Im vergangenen Jahr hielt hier Präsident Barack Obama eine große Rede übers Sparen, ausgerechnet an der teuersten Universität des Landes.
Am heutigen Dienstag, wieder unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen, dürfen die Studenten abermals einem prominenten Redner zuhören: Ben Bernanke, Chef der Notenbank Fed, wird seine erste von vier Gastvorlesungen halten. Gut 50 Ökonomie-Studenten sitzen in einem fensterlosen Raum und warten darauf, dass der Mann mit dem charakteristischen weißen Bart ihnen aus erster Hand über das berichtet, mit dem er sich am besten auskennt: Notenbanken und deren Rolle in der Krise.

„Ich freue mich und hoffe auf einen guten Austausch“, sagt also Bernanke in dieser sanften, jung klingenden Stimme. Der 58-Jährige, grauer Anzug, blaue Musterkrawatte, lehnt am Rednerpult und wirkt, als sei er ganz in seinem Element. Endlich mal keine Krisenrunden, keine vorlauten Fragen ungeduldiger Parlamentarier, keine Kritiker, die ihn „Geldfälscher“ nennen oder „Helikopter-Ben“, weil er die Wirtschaft mit Geld überflutet. Hier ist Bernanke einfach nur der Professor, der er vor Jahren war, damals, in Princeton.

Aber Bernanke ist eben doch der mächtigste Notenbanker der Welt, und mit einem unbedachten Satz kann er Märkte bewegen und so wird er doch nicht so locker, wie es die Studenten erhoffen. Er achtet  während seines einstündigen Vortrags peinlich darauf, nichts zur aktuellen Krise oder zur Lage der US-Wirtschaft zu sagen. Er klebt an seinen Folien und hält eine derart grundsätzliche Vorlesung, dass auch jeder Nichtökonom problemlos folgen könnte.

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  • hm. Alles klar, bin ja auch der Meinung die Beiden verzocken sich schon wieder...aber wenn jeder weiß, dass Zentralbanker in EU und USA Deppen bzw. Marionetten sind,... wieso wird dann jedes Wort von den Kapitalmärkten auf die Goldwage gelegt? Wenn keiner mehr an die Funktion der Zentralbanken in USA und EU glauben würde, wieso dann der Glaube an das Geld? Wenn also vielmehr als die Kommentatoren hier so denken wie eben diese, dann haben wir in wenigen Monaten eine Hyperinflation sonders gleichen...weil keiner mehr glaubt was auf dem gedruckten Papier steht. Dann zählt nur noch Gold bzw. Edelmetalle und evtl. Sachwerte wie Immobilien, denn selbst wenn alle jetzt sagen, die beste Investition zur Zeit sind "Sachwerte wie Aktien"... glaube ich nicht, dass sie von irgendwoher ein Brötchen bekommen, indem Sie sagen "Aber lieber Herr Bäcker, ich habe doch ne Daimler Aktie"...und dann? Was sind dann Aktien überhaupt wert? Oder erleben wir eine "Wertpapier Inflation"? ...hm irgendwas scheint also falsch zu sein...

  • was mit leuten Präsidenten passiert ist,die die FED entmachten/verstaatlichen wollten,kann man prima am Beispiel Lincoln`s und JFK sehen;
    beide wurden in Öffentlichkeit erschossen!

  • Wer wissen möchte, warum die Welt weder das FED, die EZB und keine anderen Bad-Zentralbanken braucht, sollte die Publikation des US-Präsidentschaftsbewerbers Ron Paul lesen.
    Der Amerikaner beschreibt, warum das Fed maßgeblich für die Verarmung der Amerikaner verantwortlich ist.

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