Bernanke zur Eurokrise

Fed-Chef stärkt Draghi den Rücken

US-Notenbankchef Ben Bernanke ist besorgt über die Situation in Europa. Er lobt zwar die Politik von EZB-Chef Mario Draghi, verlangt aber neue Anstrengungen der Politik. Den US-Großbanken gegenüber hält er sich zurück.
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Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank. Quelle: AFP

Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank.

(Foto: AFP)

New YorkIm Streit der europäischen Regierungen über die richtige Geldpolitik stellt sich US-Notenbankchef Ben Bernanke auf die Seite seines EZB-Amtskollegen Mario Draghi. „Europa hat große Fortschritte gemacht. Dazu gehören die LTROs“, sagte er am Mittwoch bei einer Pressekonferenz zur US-Geldpolitik.

„LTRO“ ist das Kürzel für die umstrittenen Langfristleiheprogramme der EZB an die europäischen Banken. Indirekt hatte die EZB damit die Gelddruck- und Anleiheankaufprogramme der Fed imitiert. Statt wie die Fed Anleihen selbst zu kaufen, lieh die EZB den Banken Geld, um Staatsanleihen von Problemländern in Europa zu kaufen.

Bernanke erkannte in seinen Ausführung auch anderen Anstrengungen zur Lösung der Krise in Europa an, wie etwa die Sparprogramme in Griechenland oder die ausgeweiteten Rettungsprogramme der EU für angeschlagene Staaten. Doch er ist der Ansicht, dass das immer noch nicht genug ist. „Europa muss mehr tun, betrachtet man, was in den Märkten passiert“, sagte er mit Blick auf die wieder steigenden Kreditkosten in Ländern wie etwa Spanien.

Gleichzeitig forderte Bernanke aber auch die Politiker in Washington zum Handeln auf. Er warnte davor, dass die derzeit gesetzlich für Anfang 2013 vorgesehenen Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen das schwache Wachstum im Land beschädigen könnte. „Das sind dann Probleme, die auch die Fed nicht alleine lösen kann“, sagte er.

Zum Jahreswechsel laufen Steuervergünstigungen aus der Zeit von US-Präsident George W. Bush aus. Gleichzeitig werden Ausgabenkürzungen wirksam, die im Sommer vergangenen Jahres als Kompromiss bei der Anhebung des Schuldenlimits beschlossen wurden.

Diese Kombination wird derzeit unter Ökonomen in den USA als „Fiscal Cliff“, also sinngemäß als haushaltspolitische Klippe heiß diskutiert. Viele befürchten, ohne Änderungen an den Gesetzen werde die Konjunktur schweren Schaden nehmen. Wegen des Wahlkampfes ist vor dem Wahltag Anfang November nicht damit zu rechnen, dass die Politik in Washington wieder handlungsfähig wird und sich auf einen Kompromiss einigen kann.

Bernanke machte zudem deutlich, dass er derzeit geldpolitisch für die Fed keinen Handlungsdruck sieht. Zuvor hatte die Fed bekannt gegeben, die Zinsen unverändert bei nahe null Prozent zu belassen. Er bekräftigte zudem, dass Operation Twist, das Programm mit dem die Fed die Zinsen für langlaufende Kredite zu drücken versucht, im Juni auslaufen wird.

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23 Kommentare zu "Bernanke zur Eurokrise: „Europa muss mehr tun!“"

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  • "... weil die Gemeinschaft der Steuerzahler seitens ihrer Regierungen in die Haftungsgarotte gezwungen ..." – Dies sind illegitime Schulden; und würde mal der richtige Politiker nach oben kommen, die Schulden seines Staates überprüfen, könnte es vorkommen, nein, sollte es vorkommen, dass er sein Volk nicht in die Pflicht nimmt, diese zu tilgen, weil es das gar nicht muss! – Heheheheheheheheheheheheh! Aber solch kluge, vor allem aber, mutige Köpfe haben wir ja nicht. :-(

  • Berichtigung: ... aber es entstehen k e i n e "VEB Bank"-Betriebe.

  • Zitat: "Statt wie die Fed Anleihen selbst zu kaufen, lieh die EZB den Banken Geld, um Staatsanleihen von Problemländern in Europa zu kaufen".

    Zurzeit ist die Ausleihe von EZB-Geld und dessen Weiterleihe ein attraktives Geschäft - insbesondere wenn man sich um die Tilgung nicht sorgt, weil die Gemeinschaft der Steuerzahler seitens ihrer Regierungen in die Haftungsgarotte gezwungen wird. Die rezessiven Entwicklungen in zahlreichen Euro-Ländern könnte auf die Schuldendienstfähigkeit der Anleiheemittenten durchschlagen. Was dann? Dann zieht sich die Garotte zu. Im Kern erleben wir doch die Wiederholung der staatswirtschaftlichen Fehlsteuerungen, die die DDR und alle Ostblockstaaten wirtschaftlich ruiniert hat. Dort hat die SED alle Bürger für die Betriebe in Haftung genommen. Eine Auslese gab es nicht. Dies hat Wettbewerb überflüssig gemacht. Wirksamen Anreizsysteme wurden folgerichtig überflüssig. Warum müssen wir Europäer solche Vorbilder suchen, statt das Ausleseprinzip der Marktwirtschaft als Erfolgsfaktor zu nutzen. Der Wesensunterschied zwischen USA und Europa ist nicht: wer wem ausleiht, sondern die Positionierung zu Grundsätzen der marktwirtschaftlichen Ordnung. So hilft zwar die US-Regierungen ihren Banken zeitweilig auch, aber es entstehen "VEB Bank"-Betriebe.

  • An der New York Börse hat die gleiche Gruppe , wie vor 100 Jahren das Sagen !

  • Leider haben wir die jetzige Lage der Tatsache zu verdanken, daß Altkanzler Kohl eine ökönomische Niete war und auf warnenden Sachverstand von Fachleuten , zugunsten politischer Visionen verzichtet hat. Da hat er wohl immer einen Neidkomplex zu Willi Brandt gahabt. Jetzt Änderungen an den schlechten EU-Verträgen auszuhandeln führt ja dazu, dass die EU zu einem Erpressungsverein auf Gegenseitigkeit mutiert ist und ökonomisch nicht haltbare Zustände
    mit neuen Krediten , man könnte auch sagen „Virtuellem Geld “ bzw. Wechselreiterei verlängert müssen. Der Hinweis auf die Exportnation ist richtig und falsch zu gleich. Warum ? Würden Sie einem Gastwirt empfehlen der den Umsatz steigern muß ; Die Gläser voll , oder mehr „Freibierabende “ zu machen ?
    Noch eins zu den bösen Spekulanten die ja als Buhmann für die verfehlte Politik ,von allen Parteien hergenommen werden . ( was für eine Einigkeit )
    Ohne Höchstverschuldung der Staaten, gäbe es nix zu spekulieren , das war schon bei den Fuggern so . Und auf eine Transaktionsteuer zu setzen ? da muß England und die amerikanische Ostküste zustimmen ! Die kann natürlich auch erkauft werden ! Aber das wird richtig teuer !

  • So siehts aus, Lob ist so eine Sache.
    Wie sagte Schmidt einst, lieber ein bischen mehr Inflation als mehr Arbeitslose. Inflation ist unabdingbar in einer Wirtschaft, den Arbeitnehmer interessiert es kaum, wenn die Preise für Luxusgüter steigen. Wohnungen, Essen und Energie können aber keine Luxusgüter in dem Sinne sein.
    Genauso wurde es aber gemacht, Immobilienblasen, Ölblasen, verseuchte Lebensmittel.
    Wo also soll Europa mehr tun? Und wozu, damit die Amis ihre Blasen weiter pflegen können?
    The american way of live ist nicht das Maß aller Dinge. Und ein bischen mehr Inflation, meine Güte, eine einigermaßen funktionierende Wirtschaft kommt ohne nicht aus. Aber ohne Blasen würde sie schon auskommen.

  • Wir müssen uns von den geldpolitischen, mafiösen Netzwerkern der Amis trennen.
    Wir müssen mehr Licht in diese Machenschaften bringen!
    Unsere Medien, auch das HB, müssen intensiver an einer 100 %tigen Aufklärung arbeiten !!! Immer wieder und wieder.
    Wir gemeines Volk wissen doch nur über die Spitze des Eisberges!
    Sobald uns einer von dem Bankrottvolk lobt ist Vorsicht geboten!!

  • Mehr tun heisst einfach, noch mehr Geld drucken. Mehr Inflation und mehr Enteignung. Banken retten, Mittelstand vernichten. Ein tolles Programm, das die USA ja ganz offenkundig in die Armutsfalle treibt. Dieser Blender wird von der kommenden Schuldsklaven-Generation verflucht werden. Da man das hierzulande ohnehin auch macht, werden die Früchte wohl ähnlich sein. Super Ratschlag! Got Gold?

  • Der Ami ist ja sowas von raffiniert! Er hat es tatsächlich geschafft, daß die ganze Welt nach seinem grün bedruckten Krätzepapier giert und dafür reale Güter liefert und sich gar verhaltensmäßig kaufen läßt. Das ist doch wie ein Schlaraffenland auf Erden. Wieso hat das eigentlich Burkina Faso nicht genauso gemacht? Ahh, die haben nicht so einen hohen Wehretat? Tja, der Ami machts halt mit Gewalt. Was beim deutschen Adolf böse war, kann man dem "Land of the free" nicht vorwerfen...

  • ... hört nicht auf falsche anglikanische Propheten....
    Davon hatten wir mit den Gruenspaennern und Co. schon genug.

    Eher auf politische Weisheiten aus dem roten Konfuziusreich. Sparen und Arbeiten ( produzieren), nicht Vermögen mit kitschigem Plastikgelumpe und Drive-inns verkonsumieren. Dabei imaginären Wirtschaftswachstum auf Kredit apostrophieren.

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