Börse Athen bleibt zu

Griechenland zahlt fristgerecht an die EZB

Die Gläubiger atmen auf: Am Montag hat Griechenland die ausstehenden Schulden an EZB und IWF zurückgezahlt. Das gelang dank europäischer Hilfe. Indessen bleibt die Athener Börse geschlossen, der Euro steht unter Druck.
Update: 20.07.2015 - 18:42 Uhr 22 Kommentare
Bei der EZB sind heute 3,5 Milliarden Euro aus Griechenland fällig. Quelle: dpa
Sanierung der Frankfurter Euro-Skulptur

Bei der EZB sind heute 3,5 Milliarden Euro aus Griechenland fällig.

(Foto: dpa)

FrankfurtEs ist soweit: Nach Informationen aus dem Finanzministerium hat Griechenland die Zahlung von insgesamt 6,25 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank (EZB) und den Internationalen Währungsfonds (IWF) angewiesen. Termingerecht habe man Anleihen in Höhe von 4,2 Milliarden Euro an die EZB zurückgezahlt, hieß es am Montag. Hinzu kämen 2,05 Milliarden an den IWF, die seit 30. Juni überfällig seien. Am Montagabend bestätigte die EZB den Eingang der Zahlung von 4,2 Milliarden Euro.

Außerdem zahle die Regierung einen 500 Millionen-Euro-Kredit an die Notenbank des Landes zurück. Griechenland hatte vergangene Woche eine Brückenfinanzierung in Höhe von 7,16 Milliarden Euro vom europäischen Rettungsfonds EFSM erhalten. Damit soll die Zahlungsfähigkeit des Landes bis zur Einigung auf ein neues Hilfspaket gewährleistet werden.

Obwohl die Zahlungen an die Gläubiger eingegangen sind und an diesem Montag auch die griechischen Banken ihre Türen wieder öffnen, bleibt die Börse weiter geschlossen. Eine Sprecherin schloss aber nicht aus, dass in dieser Woche wieder Aktien gehandelt werden könnten. Auch den Euro-Kurs kann die rechtzeitige Rückzahlung der Anleihen an die EZB nicht stützen. Seit einer Woche steht die Gemeinschaftswährung wieder stärker unter Druck. Derzeit notiert ein Euro bei 1,0832 Dollar.

Die heutige Deadline bei der Rückzahlung von Schulden war ausschlaggebend dafür, dass der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras in der vergangenen Woche eine Hilfsvereinbarung mit den Staats- und Regierungschefs des Euro-Raums getroffen hatte. Er hatte sich bereit erklärt, die Spar- und Reformmaßnahmen, die seine Wähler zuvor noch abgelehnt hatten, doch zu akzeptieren.

Nachdem Griechenland in den vergangenen fünf Monaten verschiedene politische und finanzielle Endtermine hatte verstreichen lassen, stellte der 20. Juli immer ein Datum dar, bei dem es um Alles oder Nichts ging.

Die EU-Gesetze verbieten der EZB eine Staatsfinanzierung, was bedeutet, dass ein Zahlungsausfall es wahrscheinlich erforderlich gemacht hätte, die Unterstützung der griechischen Banken zurückzunehmen. Damit wäre das Land möglicherweise gezwungen gewesen, aus der Gemeinschaftswährung auszuscheiden.

Idee eines Zahlungsausfalls „ist vom Tisch“
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22 Kommentare zu "Börse Athen bleibt zu: Griechenland zahlt fristgerecht an die EZB"

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  • Es ist noch viel ekliger, als Sie denken.
    Griechenland war,ist und bleibt pleite.Durch die "Milde Gabe" aus dem EFSM wird das offiziell verschleiert.
    GR bekommt nun
    -weitere ELA und somit Bares.
    -weitere Subventionen der EU, z.B. Agrar
    -die Möglichkeit,sukzessive den IWF loszuwerden,weil er ja mit EU-Geld bezahlt wird.
    -bleibt in der EZB
    -und kann Geld aus dem Billionenprogramm Draghis schöpfen: derwird nun GR Anleihen aufkaufen wie geschnitten Brot.
    Glauben Sie mir, da sind die 8 Mrd.EFSF und sogar das 3. Paket mit 85 Mrd. Peanuts zu dem,
    was nun die nächsten Jahre passieren wird.
    Denn machen wir uns nichts vor:GR kriegt seine Verwaltung natürlich NICHT auf die Reihe,
    der wirtschaftliche Abwärtstrend geht weiter (logisch:keine Binnennachfrage,kein Export,steigende Preise im Tourismus,viele Rentner und Arbeitslose)und es gibt auch im Entferntesten keine Chance auf Erholung.
    Varoufakis hatte schon recht:Egal, was sie sagen oder tun,ZAHLEN werden sie in jedem Fall.
    Es wäre an unseren Häuptlingen gelegen,den Schaden zu begrenzen und nicht wie jetzt die Büchse der Pandora zu öffnen

  • was für eine Schlagzeile! GR zahlt an die EZB! soll das bedeuten die sind gerettet weil Merkel das Wort Grexit nimmer hören will? hehehe, wenn die ihre 86 MRD haben, dann fordern sie wieder 1 Schuldenschnitt so wie die Lagarde, gell? und dann?

  • Nicht Griechenland zahlt an die EZB.

    Es sind die Steuerzahler der EU - inklusive der Briten pp -, die an die EZB ein paar Milliarden zahlen.
    Da sie andererseits die zahlungspflichtigen Gewährträger der EZB sind, handelt es sich um ein böses Spiel: linke Tasche - rechte Tasche.

    Nur Finnland hat sich ausdrücklich von jeder Zahlungsverpflichtung freistellen lassen. Kluge Leute, von denen die Finnen regiert werden - ganz gegensätzlich liegen die Verhältnisse in Deutschland.

    So geht das nun schon seit Jahren. Das entspricht dem kriminellen Ponzi-Spiel, mit dem seinerzeit viele Amerikaner herein gelegt worden sind. Ponzi war Italiener und damit ein Genosse der Griechen.

    Wie alnde soll denn dieser Betrug geradezu krimineller Art noch weiter gehen, Frau Merkel?

  • EU-Kommissar warnt Athen vor neuen Tricks
    ----------------------
    Die Einigung zwischen den Geldgebern und Griechenland steht. Eine Mehrheit der griechischen Abgeordneten billigte erste Spar- und Reformauflagen der Euro-Länder.
    Ab heute gilt eine höhere Mehrwertsteuer von 13% auf 23%
    Gegen die Frühverrentung soll - irgendwann einmal - vorgegangen werden.

    Die EU-Kommission warnt Griechenland vor einer weiteren Verzögerung der mit den Euro-Ländern vereinbarten Reformen und droht mit der Blockade von Geldern.

    Die griechische Regierung hat überraschend die Tagesordnung für die Parlamentsdebatte am kommenden Mittwoch geändert. So strich sie das ursprünglich vorgesehene Votum über die Abschaffung fast aller Steuervergünstigungen für die griechischen Bauern. Die Maßnahme war höchst umstritten. Auch weitere Details der Rentenreform sollen entgegen früheren Planungen nicht bei dieser Sitzung behandelt werden.

    An den Bankautomaten der großen Nationalbank am Syntagmaplatz gehen genau 2 Stunden nach der Öffnung die 20er aus.
    Vor den Banken in Athen haben sich lange Schlagen gebildet. Viele Bankkunden tragen Geld in Tüten und Taschen bei sich.

  • Griechenland zahlt Schulden an EZB und IWF zurück
    -------------------
    Dafür haben die Eurokraten den EFSM angezapft. Natürlich OHNE BEDINGUNGEN!
    Und die "Schwachwährung Euro" fällt und fällt.

    Aber jetzt können die Eurokraten beruhigt das 3. "Hilfspaket" in Höhe von 100 Milliarden auf den Weg bringen.
    Die EZB kann ihre ELA-Kredite wieder ausweiten und Griechenland ist "gerettet".

  • ich gehe davon aus, dass Sie gleichzeitig den kommenden Rückzahlungstermin nach hinten verschoben haben und die Zinsen entsprechend gesenkt haben.
    Dann haben Sie mehr Zeit zu sparen, bis der nächste Rückzahlungstermin für Ihren guten Freund in's Haus steht und der neue Kreditbetrag, der dann von Ihrem Freund benötigt wird, ist nicht ganz so hoch.
    Dann müssen Sie Ihrem Kumpel beim nächsten mal nur noch 6700,00€ geben damit er seine Schulden von 6000,00€ bei Ihnen endlich (zurück)zahlen kann.

    Das ist ein gutes Geschäft zu Ihrem gegenseitigen Vorteil!
    Sie sind ein wahrer Freund und ein guter Europäer !!!

  • "Aber das ist halt der Euro, an dem profitieren ohnehin nur die Banken, Großkonzerne und Finanzhaie. Der normale Bürger nicht.
    Genau deswegen hält man so am Euro fest"
    ---
    Sie haben leider den 100.000+-köpfigen Politiker- und Beamtenmoloch vergessen, der vom Eurosystem auf höchstem Niveau durchgefüttert wird! Die lassen die Währung niemals scheitern, selbst wenn sie uns dafür wie einst die Konquistadoren in Südamerika das Geld aus den lebendigen zuckenden Eingeweiden schneiden würden müssen.

    Wir werden von größenwahnsinnigen, ideologieverdorbenen Fanatikern regiert, der gesamte Kontinent befindet sich wegen dieser geballten Inkompetenz ohne historisches Beispiel auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit!

    Noch ein paar Jahre dieser durchgeknallten Rettungsorgie und die Europäer fliehen nach Afrika, allerdings hoffentlich nicht, ohne sich zuvor bei den verantwortlichen Politikern ausführlich bedankt zu haben.

    Momentan ist es ganz einfach, entweder entschiedener Widerstand gegen diese fatale Verschwendungssucht oder Tod in der Gosse.

    Die jetzt geschaffene Transferunion ist das Ende aller Eurostaaten und ich habe arge Zweifel, dass die je wieder ganz hoch kommen.
    .

  • Mafiastrukturen, mir fällt nichts besseres mehr ein.

  • Rückzahlung durch EFSM / Schulden gestiegen

    Die Überschrift hätte lauten müssen: EFSM zahlt grichische Schulden zurück. Einen Vorteil davon hat lediglich der IWF und die grichische Notenbank. Die Schulden bei den europäischen Gläubigern und damit deren Risiko sind gestiegen!

  • Danke für diesen passenden Vergleich!

    Die EU und EUR-Gruppe ist völlig gaga und versucht weiter die Bürger über die wahre Lage im unklaren zu lassen.

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