Bundesbank-Präsident
Weidmann will Klimarisiken nicht bei Geldpolitik beachten

Zuletzt hatte es Diskussionen darüber gegeben, inwieweit die Geldpolitik auch Klimarisiken beachten sollte. Bundesbank-Präsident Weidmann will davon nichts wissen. Er befürchtet eine Überlastung der Geldpolitik.
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FrankfurtBundesbank-Präsident Jens Weidmann hat sich gegen Vorschläge ausgesprochen, die Geldpolitik solle beim Einsatz ihrer Instrumente auch Klimarisiken beachten. Neutralität sei ein wichtiges Prinzip für die Arbeitsweise der Notenbanken in der Euro-Zone, sagte Weidmann am Donnerstag auf einer Veranstaltung in Frankfurt laut Redetext. „In einer Währungsgemeinschaft mit 19 nationalen Finanzsystemen, die sich auf manche Art unterscheiden, ist es wichtig, nicht einzelne Finanzinstrumente gegenüber anderen Finanzierungsformen zu favorisieren“, sagte Weidmann. Jede Art von Vorzugsbehandlung würde Weidmann zufolge nationale Unterschiede in der Übertragung der Geldpolitik auf die Wirtschaft verstärken.

In der jüngsten Vergangenheit hatte es wiederholt Diskussionen gegeben, inwieweit die Geldpolitik auch Klimarisiken und ökologische Ziele beachten sollte. EZB-Präsident Mario Draghi war unter anderem im Mai bei seinem Auftritt im niederländischen Parlament auf dieses Thema angesprochen worden.

Weidmann lehnte eine solche Erweiterung des Mandats für die Euro-Notenbank ab. Ihm zufolge sollte die Geldpolitik nicht durch die Übernahme weiterer Aufgaben wie die Beachtung von Klimarisiken überlastet werden. Sogenannte grüne Anleihen, also Titel für die Finanzierung ökologischer Projekte und Klimaschutz-Projekte, sollten aus Sicht des Bundesbank-Präsidenten daher auch keine Vorzugsbehandlung im EZB-Kaufprogramm für Firmenanleihen oder bei den Sicherheiten in den Kreditgeschäften der Notenbank genießen. „Das Mandat des Eurosystems ist die Sicherung von Preisstabilität“, sagte Weidmann.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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