Bundesbank zum Bargeld
Bezahlen mit dem Smartphone wird wichtiger

Die Bundesbank erwartet starke Veränderungen im Zahlungsverkehr: Nutzung von Bargeld wird weniger, Bezahlen mit dem Smartphone wichtiger. Sogenannte FinTechs und Banken sollten hierbei künftig besser zusammenarbeiten.

BerlinViele Deutsche zahlen laut Bundesbank immer noch mit Bargeld. Eine Studie habe gezeigt, dass 2014 fast vier von fünf Einkäufen in bar gezahlt worden seien, und gemessen am Umsatz über die Hälfte, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele am Dienstagabend in Berlin.

„Die Debatte rund um die Abschaffung der 500-Euro-Banknote hat gezeigt, dass die Mehrheit der Menschen in Deutschland nicht auf Bargeld verzichten möchte.“ Man müsse aber kein Prophet sein, um zu erkennen, dass die Nutzung von Bargeld tendenziell abnehme, fügte er hinzu.

Es sei zu erwarten, dass neben der Zahlungskarte das Bezahlen mit dem Smartphone wichtiger werde. Vor dem Hintergrund zunehmender Digitalisierung diskutierten die Europäische Zentralbank (EZB), die Bundesbank und andere Zentralbanken mit dem Finanzmarkt über die Einführung von Systemen, die Zahlungen in Echtzeit ermöglichen, sagte Thiele. „Damit sollen Zahlungen für den Endkunden rund um die Uhr und sieben Tage die Woche in Sekundenschnelle ermöglicht werden.“

Viele sogenannte FinTechs bieten laut Thiele Finanzdienstleistungen und Zahlungsmöglichkeiten an, seien aber bisher noch auf Banken und Sparkassen angewiesen, um Gelder vom Zahler zum Empfänger zu leiten. Eine Zusammenarbeit zwischen FinTechs und Kreditinstituten sei ein möglicher Weg, „die Vorteile beider Welten und Kulturen zu kombinieren“.

Die EZB hatte jüngst beschlossen, den 500-Euro-Schein allmählich aus dem Verkehr zu ziehen. Die Währungshüter wollen unter anderem erreichen, dass Terrorfinanzierung und Geldwäsche künftig besser bekämpft werden können. Die Herstellung der Banknote werde dauerhaft eingestellt, die Ausgabe gegen Ende 2018 gestoppt, kündigte die Notenbank an. Die noch im Umlauf befindlichen Fünfhunderter behalten aber ihren Wert und bleiben gesetzliches Zahlungsmittel.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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