Bundesbankchef
Weidmann lehnt weitere Hilfen für Italien ab

Die Ausweitung der Eurokrise auf Italien ist für den Bundesbankchef kein Grund, dass die Europäische Zentralbank eingreift. Das sei Aufgabe der Regierungen, sagt Weidmann. Italien könne - und müsse - es allein schaffen.
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FrankfurtDer Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, hat sich gegen eine stärkere Unterstützung Italiens in der Euro-Krise. Italiens Wirtschaft sei stark genug - entscheidend sei der politische Wille, sagte Weidmann am Montag bei der Eröffnung der Euro-Finanzwoche in Frankfurt am Main. Damit erteilte er Forderungen nach einer Ausweitung geldpolitischer Maßnahmen eine Absage.

Weidmann wandte sich scharf gegen eine „zunehmende Vereinnahmung“ der Europäischen Zentralbank (EZB). „Die Geldpolitik kann und darf Solvenzprobleme von Staaten und Banken nicht lösen,“ sagte Weidmann.
Andernfalls drohe eine Erschütterung des Vertrauens in die EZB, die mit ihrer Politik Inflation bekämpfen soll.

Zuletzt hatte es Vorstöße aus den USA, Frankreich und Großbritannien gegeben, die Währungsreserven der Euro-Notenbanken heranzuziehen, um den europäischen Rettungsschirm EFSF schlagkräftiger zu machen. Aber auch unter deutschen Politikern und Ökonomen wurde der Ruf nach einem Notfalleinsatz der Europäischen Zentralbank (EZB) lauter, nachdem mit Italien die drittgrößte Volkswirtschaft des Euro-Raums in den Sog der Krise geriet.

Die EZB kauft bereits in großem Umfang Staatsanleihen der Schuldenstaaten - eine auch intern umstrittene Maßnahme. Weidmann warnte: „Wenn die Geldpolitik ihr Mandat, Preisstabilität zu gewährleisten, immer weiter dehnt oder schließlich sogar gegen das Verbot der monetären Staatsfinanzierung verstößt, steht nicht weniger auf dem Spiel als ihre Glaubwürdigkeit, die sie sich mit ihrem Einsatz für Geldwertstabilität über Jahrzehnte und auch gegen Widerstände erarbeitet hat.“

Italien wird laut Weidmann trotz hoher Zinslasten seine Schuldenprobleme unter dem neuen Regierungschef Mario Monti in den Griff bekommen. „Das Land kann die gegenwärtigen Schwierigkeiten noch aus eigener Kraft lösen“, sagte der Bundesbankchef. „Worauf es ankommt, ist hier der politische Wille“, mahnte das EZB-Ratsmitglied.
Die neue Zuspitzung der Krise nur zwei Wochen nach dem Europa-Gipfel zeige jedoch, dass keine Zeit mehr zu verlieren sei. Die Schuldenländer seien gefordert, ihre „hausgemachten Probleme“ entschlossen anzugehen. „So schmerzhaft der Anpassungsprozess im Einzelnen auch ist, für eine Rückkehr auf einen soliden Wachstumspfad mit tragfähigen Staatsfinanzen sind wirtschaftliche Reformen und Konsolidierung unerlässlich und müssen jetzt ergriffen werden“, forderte der Bundesbank-Chef.

Basisdaten Italien

Quelle: Information Research

Italien schöpfe seine Wachstumsmöglichkeiten bei weitem nicht aus. Zudem habe der Staat einen bedenklich hohen Schuldenberg angehäuft. Das Mittelmeerland verfüge jedoch über leistungsfähige Unternehmen und vergleichsweise wenig verschuldete private Haushalte, sagte Weidmann.

Zudem habe Italien vor dem Euro-Beitritt eine wesentlich „höhere Zinslast geschultert“ und dabei noch beträchtlichere Anpassungsleistungen erbracht. Nach dem Rücktritt des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi soll der international anerkannte Wirtschaftsexperte Monti den Reformstau beenden. Der frühere EU-Kommissar ist mit der Bildung einer neuen Regierung betraut.

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  • Man sollte sich nicht so abfällig über Weidmann auslassen,
    er hat absolut recht mit dem was er sagt. -- Aber auch ich sehe den Euro als Fehlkonstruktion, sehe als Deutschland weder fähig noch akzeptiert um den den anderen Euro-Ländern den Weg zu weisen, die Situation jetzt schon sehr verfahren, d.h. die Karre tief im Dreck !
    Die Kanzlerin meint mit ihrem Kompass richtig zu liegen, will dass Defizitländer verklagt werden können, was für ein Witz! - Es bleibt nur Disaster oder jetzt Schluss machen und zurück zu nationalen Währungen, und sagt doch nicht immer es ginge nicht !

  • @ fjv2

    Das Drucken von Geld als Lösung ist weder wahr noch alternativlos. Es ist lediglich eine 'elegante Lösung' für Schuldner, sich der Schulden zu entledigen - auf Kosten aller Empfänger und Halter von Geld.

    Wer es Schuldner so leicht macht, fordert sie geradezu heraus, auch weiterhin unverantwortliche Schulden aufzuhäufen. Bis zum nächsten Desaster, das dann noch eine Nummer größer ausfällt.

  • @malocher
    Zitat: Und der verblödete deutsche Michel macht sein Kreuz wieder bei den "alternativlosen" Parteien, es ist zum Verzweifeln!-
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    Das kann man wohl sagen. Und- niemand in Sicht, der ihnen die Macht aus der Hand reisst.
    Ich für meinen Teil mache kein Kreuz mehr- nirgendwo.
    Jedenfalls nicht bei den ersten 5 Parteien auf der Liste. Deren Arroganz und Dummheit ist unerträglich. Nur am Taktieren um den Machterhalt, aber nichts Vernünftiges zustande bringen.
    Weg mit ihnen, am besten heute als morgen.
    sie haben die probleme der vergangenheit nicht gelöst,sie werden auch die Probleme der Zukunft nicht lösen. Sie begreifen gar nicht, was Sache ist.
    fakt ist und ble4ibt: sie alle sind verantwortlich, dass wir im Desaster gelaqndet sind, sie haben uns da hingewirtschaftet. Wie sagte Merkel 2005: DEUTSCHLAND KANN ES BESSER! Das Ergebniss sehen wir.
    Große Sprüche, nix dahinter. Merkel geh nach Hause in die Uckermark!

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