Chaos am Markt Ausstieg aus lockerer Geldpolitik macht IWF Sorgen

Regen oder Traufe? In einem Bericht warnt der IWF vor Fehlern beim Ausstieg aus der Niedrigzins-Politik der Notenbanken - und gleichzeitig vor möglichen Folgen einer länger anhaltenden ultralockeren Geldpolitik.
Update: 02.08.2013 - 00:18 Uhr 11 Kommentare
Jede Menge Kohle: Auch die EZB will an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten. Der IWF spart nicht mit Kritik. Quelle: dpa

Jede Menge Kohle: Auch die EZB will an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten. Der IWF spart nicht mit Kritik.

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Washington/BerlinDer Internationale Währungsfonds (IWF) fürchtet massive weltwirtschaftliche Verwerfungen, wenn die großen Notenbanken beim Ausstieg aus ihrer ultra-lockeren Geldpolitik Fehler begehen. "Scheitert man, die richtige Geschwindigkeit für den geldpolitischen Normalisierungsprozess zu finden, könnte das ganz erhebliche negative Folgen haben", warnte der Fonds in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht.

Kurzfristig habe die Politik in den wichtigsten Wirtschaftsräumen dazu beigetragen, Herausforderungen etwa im Euro-Raum zu meistern. Ihre Mischung aus geld- und finanzpolitischen Instrumenten berge aber längerfristig große Risiken. Zudem würden durch diesen unausgewogenen Mix erhebliche Wachstumschancen verschenkt.

Der IWF nimmt in dem Bericht die Politik der "Systemischen Fünf" (S5) - die USA, China, die Euro-Zone, Japan und Großbritannien - ins Visier. Sie habe zumindest kurzfristig positiv auf das eigene und das weltwirtschaftliche Wachstum gewirkt und drohende Krisen mit hohen Wachstumsverlusten abgewendet.

Andererseits werde das Wachstumspotenzial von diesen Wirtschaftsmächten nicht voll ausgeschöpft. Würden sie einen besseren Politik-Mix verfolgen, zum Beispiel konsequenter Strukturen reformieren, könnte die globale Wirtschaftsleistung langfristig drei Prozent höher ausfallen als momentan erwartet.

Sorge bereitet dem IWF vor allem der absehbare Ausstieg aus der extrem lockeren Geldpolitik in den großen Industrieländern. Einer solchen Geldpolitik wohnten Risiken inne, die sich, wenn sie ausläuft, in ungeordneten Marktentwicklungen niederschlagen könnten, warnte der Fonds. Die hohe Volatilität an den Märkten in den vergangenen Wochen belege diese Gefahren.

Generell gelte: je länger die Geldpolitik locker bleibt, desto größer werde das Risiko von Negativeffekten. Zudem berge sie die Gefahr, dass nötige Reformen unterbleiben. Würde die Politik ihre ureigenen Instrumente - finanzpolitischer Art und Strukturreformen - besser nutzen, müsste sie sich weniger auf die stark expansive Geldpolitik zur Problemlösung verlassen, klagte der Fonds.

EZB-Präsident Mario Draghi hat gerade erklärt, die EZB werde an ihrer expansiven Geldpolitik so lange festhalten, wie dies nötig sei. Die US-Notenbank Fed hat zwar vor einiger Zeit signalisiert, dass ihre stimulierende Geldpolitik in absehbarer Zeit auslaufen könnte, jedoch hält sie den Zeitpunkt dafür für noch nicht gekommen, wie sie am Mittwoch erklärte.

Hausaufgaben gibt es nach Ansicht des IWF in allen großen Wirtschaftsräumen zu erledigen: Strukturreformen in Europa und Japan, glaubwürdige mittelfristige Strategien zur Haushaltssanierung in den USA und Japan sowie kurzfristig mehr Gewicht für Wachstum in der Budgetpolitik der Vereinigten Staaten und Großbritanniens. Bis auf China sei in den genannten Regionen eine weiterhin konjunkturstützende Geldpolitik nötig.

In der Euro-Zone müsse zudem die Fragmentierung des Banken-Sektors mit der geplanten Bankenunion beseitigt werden. Auch in China gebe es auf etlichen Feldern Reformbedarf.

  • rtr
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11 Kommentare zu "Chaos am Markt: Ausstieg aus lockerer Geldpolitik macht IWF Sorgen"

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  • 2.8.13 Noch ist es nicht so weit mit dem Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik. Doch wenn er kommt, wird es an den Anleihe- und Aktienmärkten krachen. Und dies wird Folgen für die Krise haben. Sie könnten sich heftig verstärken. Kein Zweifel, die Notenbanken EZB/EU, FED/USA und BoJ/Japan halten die Geldschleusen noch weit offen. So bleibt es bei niedrigen Spar- u. Kreditzinsen. Geht auch gar nicht anders. Wie könnten hoch verschuldete Staaten Europas inkl. Japan und USA ihre Staatshaushalte einschl. der Kreditprolongationen anders finanzieren. Die Alternative mit steigenden Zinsen wäre der Staatsbankrott mit angeschlossenem Schuldenschnitt und Währungsreform. Alles scheint ein Spiel mit der Zeit. Jeder offene Wechsel kommt irgendwann zur finalen Vorlage. Dann ist Zahltag für die Schuldenstaaten. Bis dahin mag Zeit ins Land laufen. 2015 oder danach? Doch was, wenn die Inflation das Traben beginnt? Dann zahlen die Sparer die finale Rechnung für den Raubeinkapitalismus auf brutale Weise. Noch-Vorteile dagegen für Aktionäre, Kreditnehmer und andere Sachwerthalter. Fragt sich, wie lange? Wolfgang Werkmeister, Buchautor, Eschborn

  • "Wo ist das Geld???"

    einfach mal ein paar Runden "Monopoly" spielen - zum Spielbeginn gleich mit der real existierenden Ungleichverteilung die Straßen verteilen, und mit Häusern und Hotels zustellen.

    Wer nicht zahlen kann, bekommt dann eben einen Kredit.
    Ansonsten wäre das "Spiel" ja schon gleich wieder vorbei ...


    Und Nein: die AfD ist da auch keine Alternative. Im Gegenteil.

  • Die Krise wird kommen, das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche
    Beginnen wrden einige Großkonzerne, die ja heute schon taumeln. Z.B. Siemens, Thyssen-Krupp, die sich mit Auslandsspielereien total überfordert haben
    Wir wrden im Grunde genommen eine 2. Nachkriegszeit bekommen, lediglich ohne Kaputte Häuser
    Und um das alels wieder in den Griff zu bekommen, werden wir eine Währungsreform bekommen

  • neunundneunzigprozent
    Das haben Sie korrekt richtig gesagt.
    Es ist schon erstaunlich, was für gute Informations-Sendungen kommen, allerdings erst sehr spät.

  • Beim IWW toben die Schwellenländer; vorneweg sperrt sich Brasilien gegen neue Kredit an GR weil nicht rückzahlungsfähig. Langsam wird's wieder lustig. Ob noch alles bis zum 22. Sept unter der Decke gehlaten werden kann, wird mit jedem Tag fraglicher.
    Wahltag ist Zahltag - Blockparteien abwählen!

  • Stimme zu. Wäre es nicht an der Zeit, das öffentlich-rechtliche Volksmanipulationsfernsehen zu privatisieren?
    Auf diese Weise könnten wir Bürger von einer Privatisierungseinnahme und eine Steuersenkung (Abschaffung der GEZ) profitieren.

  • Richtig,den Einheitsbrei der Abnicker und Politikdarsteller abwählen.Aber selbst gestern ,im Mainstream ZDF ,konnte mann des Volkes Lemmige nicht ganz bei den Partei-Bewertungen erklären und nannte es Paralellwelten.Aber woran das wohl liegt?Weil wenn ich mich bei mir umhöre das Massenniveau ihre Gehirnzellen bei Bauer sucht Doof und dem großen Brot und Spiele Fussball lässt!!!Dazu jede Menge kontrolliertes zur Sucht machendes Facebook,wo jeder jeden mitteilt sorry,wann er sch.... geht.Die wirklich wichtigen Informationen werden dann nach 22 Uhr gesendet,wo die meiste Bevölkerung die noch fleissig arbeiten ihren Schlaf holen müssen.Da braucht mann sich nicht wundern,dass die Kühe ihren Schlächter wählen,bzw mann sich nur zwischen Pest oder Cholera entscheidet.

  • Wie, kein Wort von einer EURO-Krise?
    Viele „Experten“ sind total verkalkt. Wo ist denn nur die ganze Geldflut? Seit 2007 wird dieser Blödsinn erzählt. Dem Markt wird Geld entzogen. Es wird kein Geld gedruckt, es werden Kredite vergeben, Kredite an jene die das Geld bereits ausgegeben haben. Es dient dazu Schulden durch neue Schulden zu bezahlen. Die Eigenkapitalquote der Banken wird erhöht. Die Staaten >versuchen< zu sparen. Die private Altersvorsorge entzieht zusätzlich dem Markt Geld. Dadurch wird die Geldanlage immer schwieriger, die Zinsen sinken. Südeuropa ist tot weil kein Geld mehr da ist. Wo ist das Geld???

  • Das größte geldpolitische Experiment der Neuzeit - auf globaler Ebene wohlgemertk und ohne jede Chance auf Ausstieg. Es ist kein freiwilliges Experiment sondern der Junki taumelt um sich den goldenen Schuss zu setzen

    Inzwischen ahnen auch die letzten, dass es eine one way street ist.

    Das finanznueklare globale Armageddon ist eine Frage der Zeit, von Monaten oder Jahren, bestimmt nicht Jahrzehnten.

    Die wirklich spannende Frage ist: Was kommt danach: Die Verwüstungen werden so vernichtend, dass es ganz sicher kein "Weiter so" geben wird. Wenn die Abschreibungsbedarfe das mehrfache der volkswirtschaftlichen Gesamtleistung führender Volkswirtschaften betragen wird, ist klar, dass deren Aufteilung nicht mehr friedlich vonstatten gehen wird. Es wird um die Frage gehen, wessen Bürger, welche Volkswirtschaften ganz von vorne anfangen müssen.

    Meine Einschätzung: Unsere Kinder und Enkel erwartet die nächste Stufe der monetären Evolution: Die Nachkriegsordnung wird eine Variante des Vollgeldsystems sein, angelehnt an die Ideen von Fishers 100%-Money, zumindest in den westlichen Nationen, die Konzepte liegen seit vielen Jahrzehnten in der Schublade

  • Eine Zinswende wird es voraussichtlich nie mehr geben. Der Juni bot reichlich Anschauungsbeispiel was passiert, wenn auch nur das Wort "Straffung" geflüstert wird. Im IWF ist übrigens Brasilien dafür eingetreten GR keine weiteren Kredit mehr zu geben, folgen weitere Länder, gibt es keine Troika mehr. Dann muß Schäuble und der deutsche Steuerzahler die Suppe alleine auslöffeln. Als Dankeschön wird er dafür wiedergewählt.
    Blockparteien abwählen!

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