Deflation
Draghi bereit zu handeln

Mario Draghi will ein Abgleiten der Euro-Zone in die Deflation unbedingt verhindern. Auf der EZB-Konferenz in Portugal macht er klar: Bei Bedarf ist die EZB zu weiteren Aktionen bereit.
  • 13

SintraDie Europäische Zentralbank (EZB) sorgt sich um die Stärke des Euro und will bei Bedarf handeln, um ein Abgleiten der Euro-Zone in eine ruinöse Deflationsspirale zu verhindern. Zwar erwarte die Notenbank aktuell, dass die Inflationsrate auf mittlere Sicht wieder in Richtung der von ihr angestrebten zwei Prozent anzieht, sagte EZB-Präsident Mario Draghi am Montag auf einer Konferenz der EZB in Sintra nahe der portugiesischen Hauptstadt Lissabon. „Es ist aber unsere Verantwortung, die Risiken für dieses Szenario zu sehen und uns darauf vorzubereiten falls nötig zu handeln.“

Gegenwärtig liege das volle Augenmerk der Notenbanker darauf, ob es zu einer Abwärtsspirale fallender Preise, nachgebender Inflationserwartungen und einer weiter sinkenden Kreditdynamik in den von der Krise besonders hart getroffenen Ländern kommt. Die EZB entscheidet das nächste Mal am 5. Juni über ihren weiteren geldpolitischen Kurs. An den Finanzmärkten wird weithin erwartet, dass Draghi abermals die Zinsen senkt und erstmals auch Strafzinsen für Banken erhebt. Der EZB-Chef hatte Anfang Mai die Tür für weitere Maßnahmen der Notenbank sperrangelweit geöffnet.


Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Deflation: Draghi bereit zu handeln"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Warum verschweigen uns hier die Medien den wahren Zustand in Europa ?
    Habe die Ehre, Österreich`s EU Abgeordnete sind da offensichtlich näher am Volke.
    Hier ein interessantes Beispiel für die Macht der Medien.
    http://www.youtube.com/watch?v=HjT0yx3hAsM

  • Im EZB-Rat können die Vertreter der Krisenländer die der Geberländer einfach überstimmen. Das macht Draghi sicher kein Problem.

  • Wo Sie gerade von "qualifizierten Aussagen" reden: Keiner von uns braucht ein Konto bei der EZB, um von deren Entscheidungen getroffen zu werden: Sei es durch Minizinsen, Mithaftung der Steuerzahler für Rettungsschirme oder Geldschöpfung gegen schlechte Sicherheiten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%