Deflation in der Euro-Zone
Preise fallen nicht mehr so schnell

Die Europäische Zentralbank kann ein wenig aufatmen: Im Februar sanken die Lebenshaltungskosten in den Euro-Ländern weniger stark als zuvor. Mit Staatsanleihekäufen will die EZB eine Deflationsspirale verhindern.
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Brüssel/BerlinDie Preise in der Euro-Zone fallen nicht mehr so schnell wie zu Jahresbeginn. Die Lebenshaltungskosten sanken im Februar zum Vorjahr um 0,3 Prozent, wie das Europäische Statistikamt Eurostat am Montag in auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Experten hatten mit einem Wert von minus 0,4 Prozent gerechnet.

Im Januar waren die Preise noch um 0,6 Prozent gefallen. Gebremst wurde der Preisverfall durch die Energiekosten, die nicht mehr ganz so stark sanken wie im Vormonat: Sie verringerten sich zum Vorjahr um 7,9 Prozent nach einem Wert von minus 9,3 Prozent im Januar.

Die Europäische Zentralbank dürfte die Entwicklung kurz vor ihrer nächsten Ratssitzung am Donnerstag mit Erleichterung sehen: Sie strebt eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an. Die EZB will mit einem groß angelegten Ankaufprogramm für Staatsanleihen verhindern, dass der Euroraum in eine Abwärtsspirale aus sinkenden Preisen und Investitionen abrutscht.

Eine solche Deflation kann eine Wirtschaft lähmen, wenn Verbraucher ihre Käufe in Erwartung immer niedrigerer Preise aufschieben, Löhne sinken und Firmen nur noch zögerlich in neue Anlagen und Maschinen investieren. In Deutschland waren die Preise nach dem für die Euro-Zone geltenden Standards zuletzt nur noch leicht gefallen. Nach der deutschen Berechnungsmethode stiegen sie sogar leicht.

Ökonomen machten dafür die Einführung des Mindestlohns mitverantwortlich, der bei vielen Dienstleistern die Personalkosten hochtreibt und sie zu Preiserhöhungen veranlasst. Zudem verbilligte sich Energie nicht mehr so stark wie zuvor.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Deflation in der Euro-Zone: Preise fallen nicht mehr so schnell"

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  • Selbst wenn die Lebenshaltungskosten weniger steigen als zuvor, sind wir immer noch meilenweit von der Zielinflationsrate entfernt und wir werden das auch nicht mehr erreichen, selbst wenn die EZB anfängt rostige Fahrradketten aufzukaufen.

    Das Problem ist nämlich nicht zu wenig Geld, sondern zuviel und das an der falschen Stelle.

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