Draghi-Rede
EZB weiterhin im Krisenmodus

Der konjunkturelle Aufwind im Währungsraum ist nach Einschätzung von EZB-Präsident Mario Draghi immer noch nicht selbsttragend. In eine Rede am Freitag zeigte er sich vor allem um den ökonomischen Ausblick besorgt.
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FrankfurtEZB-Präsident Mario Draghi macht keine Hoffnung auf ein baldiges Ende der ultralockeren Geldpolitik im Euroraum. „Wir haben allen Grund zu mehr Vertrauen in die Stärke der wirtschaftlichen Erholung als vor einem Jahr. Aber wir können nicht zuversichtlich sein, was den ökonomischen Ausblick angeht“, sagte Europas oberster Währungshüter am Freitag bei einem Bankenkongress in Frankfurt.

Draghi bekräftigte, die Europäische Zentralbank (EZB) werde weiterhin alle ihre Instrumente nutzen, um ihr Ziel einer Inflation von knapp unter 2,0 Prozent zu erreichen. Dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise gelten als Risiko für die Konjunktur: Unternehmen und Verbraucher könnten Investitionen aufschieben, weil sie davon ausgehen, dass es absehbar noch günstiger wird. Draghi konstatierte: Die Dynamik der Inflationsentwicklung sei weiterhin schwach, die wirtschaftliche Erholung nach wie vor abhängig von der Geldflut der Zentralbanken.

Als großes Problem nannte Draghi zudem die Ertragsschwäche der Banken im Euroraum, die zum Teil noch große Berge fauler Kredite in ihren Bilanzen haben und darum wenig neue Darlehen ausreichen. Gleichwohl warnte der EZB-Präsident davor, die nach der jüngsten Finanzkrise weltweit verschärften Regeln für die Finanzbranche aufzuweichen. „Es ist Zeit, die Regulierung abzuschließen und in eine Phase der Stabilität einzutreten“, betonte Draghi. Der künftige US-Präsident Donald Trump hatte nach seiner Wahl bekräftigt, er wolle wichtige Regeln für die Finanzbranche abschaffen, um so die Kreditvergabe anzukurbeln.

Die EZB versucht Wachstum und Inflation mit einer gewaltigen Flut billigen Geldes anzuheizen. Seit März 2015 kauft die Notenbank Staatsanleihen und andere Wertpapiere im großen Stil. Seit Juni stehen auch Unternehmensanleihen auf dem Einkaufszettel. 80 Milliarden Euro fließen derzeit monatlich, insgesamt sollen es 1,74 Billionen Euro werden. Das Programm soll nach bisherigen Plänen bis mindestens Ende März 2017 laufen.

Viele Volkswirte rechnen damit, dass die EZB das Kaufprogramm über März 2017 hinaus verlängern wird. Klarheit dürfte die Dezember-Sitzung des EZB-Rates bringen. „Dann werden wir sagen, was wir in den nächsten Monaten tun werden“, hatte Draghi angekündigt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • @ Frau Lana Ebsel

    Eher wird es so sein, dass das abartige Spiel so weit getrieben wird, bis nichts mehr geht. Wenn nichts mehr geht, bedient man sich, wie bei jeder Pleite bei dem, wo noch etwas zu holen ist – bis auch da nichts mehr zu holen ist.

    Wo ist dann wohl noch am meisten zu holen und wer wird damit aussichtsreichster Haftungskandidat sein?

  • Mafio Draghi arbeitet doch nur mit den südländischen Interessenvertretern zusammen, um gemeinsam Deutschland weiter via Haftung auszuplündern.

    Glaubt jemand, dass es ein Zufall ist, wenn dieser französische Raubritter-Kommissar in Brüssel aktuell fordert, die EU-Länder müssten die Staatsverschuldungsquote um 0,5 % erhöhen und damit Schäuble zeigt, was ihn der Stabi-Pakt interessiert?

    Jede zusätzliche Erhöhung der Staatsschulden benötigt natürlich weiteres „billiges“ Geld.

    Und die EZB unter Führung dieser vampirähnlichen Visage braucht selbstredend vor allem „sichere“ Staatsanleihen, an denen es ja mehr als mangelt, wie man an der Mandatsausdehnung der EZB auf Unternehmensanleihen sehen kann.

    Wie unauffällig sich doch die Interessen decken. Gab es nicht mal einen Film „Unter Geiern“ oder so ähnlich?

  • Draghi wird so lange weiter machen, bis auch der letzte Italiener ein eigenes Haus besitzt und dreimal so viel Barvermögen hat, wie ein deutscher Sparer oder bis wir ihn entmachten.

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