ELA-Hilfen der EZB
Geldhahn für griechische Banken bleibt offen

Die EZB hat die Obergrenze für Liquiditätshilfen der Athener Notenbank für die Institute des Landes um 2,3 Milliarden Euro auf inzwischen 83 Milliarden Euro aufgestockt. Die Börsianer jubeln, der Euro steigt.
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AthenDie Europäische Zentralbank (EZB) lässt den Geldhahn für die angeschlagenen griechischen Banken Bankeninsidern zufolge auch in dieser Woche offen. Sie habe die Obergrenze für Liquiditätshilfen der Athener Notenbank für die Institute des Landes um 2,3 Milliarden Euro auf inzwischen 83,0 Milliarden Euro aufgestockt, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch aus Finanzkreisen. "Es besteht ein nicht genutzter Liquiditätspuffer von rund drei Milliarden Euro", sagte einer der Insider. Der Dax baute nach Bekanntwerden der zusätzlichen Hilfen seine Gewinne aus. Der Euro stieg auf 1,1327 Dollar von zuvor 1,1310 Dollar.

Hellas-Geldhäuser sind mittlerweile in erheblichem Umfang auf diese Geldspritzen angewiesen, die im Fachjargon "ELA" genannt werden. Mit der Erhöhung in einzelnen Schritten halten die Währungshüter den Druck auf die griechische Regierung aufrecht, mit den Kreditgebern des Landes eine Einigung im festgefahrenen Schuldenstreit zu erzielen.

Griechische Banken sind seit einigen Monaten von der direkten Geldversorgung über die EZB weitgehend abgeschnitten, da diese griechische Staatsanleihen nicht mehr als Sicherheiten für frisches Zentralbankgeld annimmt. Mit den ELA-Hilfen können sich die Institute dennoch mit Liquidität versorgen, was sie wegen hoher Kontoabflüsse zuletzt stark in Anspruch genommen haben. Die EZB entscheidet inzwischen wöchentlich über den Rahmen der ELA-Hilfen. Die Notfall-Kredite sind nicht unumstritten. Bundesbankchef Jens Weidmann etwa kritisiert beispielsweise an der Praxis, dass damit Banken ohne Marktzugang Kredite erhalten und dann Anleihen des eigenen Staates finanzieren. Damit würden die Banken zudem ihre Liquiditätslage verschlechtern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " ELA-Hilfen der EZB: Geldhahn für griechische Banken bleibt offen"

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  • nebst Ela darf Draghi nun OMT ohne ende einsetzen, und Schrott unbegrenzt kaufen. also Banken und Länderrettung und damit wird der Schuldenschnitt kommen, obwohl alle was von Grexit labern.

  • Das ist einfach nur noch kriminelles Verhalten von Herrn Draghi mit stillschweigender Billigung von Frau Merkel (sonst könnte er das nicht tun)!

    Warum gelten für uns kleine Leute noch irgendwelche Verträge oder Verpflichtungen, wenn die Großen alle Verträge (siehe Maastricht!) mit Füßen treten? Warum muss ich Steuern zahlen, wenn die Gutverdiener in Griechenland fast keinen Cent zahlen und ihr illegal verdientes Geld mit Billigung ihrer Regierung und Finanzierung durch die EZB (Target II) in die Schweiz bringen?

    Diese EU ist derartig krimineller Sauh... geworden. Ich will damit nichts mehr zu tun haben. Ich fordere in Deutschland eine Abstimmung über den Verbleib in der EU so wie in England. Auch wir haben ein Recht auf Selbstbestimmung!

    Raus aus dem Euro! Und mittlerweile (ich sage das als früher überzeugter Europäer!) auch raus aus der EU! Diesen Alptraum von konzertiertem Betrug und Gesetzesbruch habe ich nie gewollt. Rechtsstaat hahaha...

  • Voll Ihrer Meinung, besser kann man es nicht erklären!

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