Euro-Krise EZB senkt Anforderungen an Banken

Angeschlagene Banken in der Euro-Zone kommen bald leichter an Zentralbankgeld. Die EZB lockert die Sicherheiten für ihre Refinanzierungsgeschäfte. Damit steigen die Risiken für sie.
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Menschen aus Spanien, Italien, Portugal und Griechenland halten ihre jeweiligen Landesfahnen vor der großen Euro-Skulptur am Sitz der EZB in Frankfurt in die Höhe. Quelle: dpa

Menschen aus Spanien, Italien, Portugal und Griechenland halten ihre jeweiligen Landesfahnen vor der großen Euro-Skulptur am Sitz der EZB in Frankfurt in die Höhe.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) kommt den Banken in der Krise weiter entgegen und erleichtert damit vor allem den maroden spanischen Instituten das Leben. Wie die Notenbank am Freitag in Frankfurt mitteilte, werden die Anforderungen an Wertpapiere, die Banken bei den Refinanzierungsgeschäften mit der Zentralbank als Sicherheiten benutzen können, weiter gelockert. Im Detail werden die Anforderungen an Verbriefungen von Hypothekenkrediten, sowie Auto-, Leasing- und Konsumentenkrediten gesenkt.

Dadurch wird es für die Banken unter anderem um einiges leichter, verbriefte Hypothekenkredite - sogenannte Mortgage Backed Securities (MBS) - künftig in größerem Umfang als Pfand zu benutzen. Viele spanische Banken halten nach dem Immobilienboom der vergangenen Jahre massenweise solche Papiere. Wegen der geplatzten Immobilienblase sind sie jedoch großteils von recht niedriger Qualität oder von den Ratingagenturen sogar auf Ramschniveau herabgestuft worden.

Spaniens Banken leider massiv unter den Folgen dieser geplatzten Immobilienblase und benötigen 62 Milliarden Euro aus dem europäischen Rettungsschirm. Die EZB hat im Verlauf der Finanz- und Schuldenkrise der vergangenen Jahre immer wieder ihre Anforderungen an die Sicherheiten gelockert, die die Geschäftsbanken ihr als Pfand für Liquidität überlassen müssen. Die Bundesbank, die diese Sicherheiten-Politik der EZB wegen der damit verbundenen Risiken ablehnt, zeigte sich wenig begeistert von dem Schritt des EZB-Rats. "Wir sehen das kritisch", sagte ein Sprecher der deutschen Notenbank. Allerdings nimmt die EZB bei den Sicherheiten Abschläge vor, um ihr eigenes Risiko zu reduzieren.


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13 Kommentare zu "Euro-Krise: EZB senkt Sicherheitsanforderungen für Banken"

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  • Aha, jetzt wissen wir wo die 130 Milliarden für das Konjunkturprogram von heute Mittag herkommen: Die Pleitestaaten drucken Anleihen, verkaufen die Anleihen an ihre Banken (die eigentlich auch Pleite sind) und die EZB kauft dann diese BBB- von den Banken.

  • Die EZB sozialisiert munter deutsche Vermögenswerte und bricht alle nur denkbaren Verträge und der Bundestag schaut tatenlos zu, da er von der Mittelmeermafia mittels Schutzgelderpressung in Schach gehalten wird: Wenn Ihr nicht zustimmt und zahlt, lassen wir Eure Wirtschaft zusammenbrechen.
    "Mortgage backed securities" beleiht die EZB jetzt also (gemeint sind zu gut Deutsch Schrottimmobilien-Kredite) - na klasse! Sowas in der Art hatten wir doch schon in der Subprime-Krise! Wo das endete, sollten noch Alle wissen - ist ja noch nicht so lange her.
    Rechtsstaat - abgeschafft (unbekanntes Fremdwort in Berlin)! Verträge - egal! Hauptsache, Deutschland wird ausgeplündert.
    Wie schrieb hier vor kurzem Jemand: Deutschland leidet daran, dass seine Politiker das Land in regelmäßigen Abständen in den kompletten Ruin führen. Das ist jetzt das dritte Mal in 100 Jahren. Bis 2018 ist noch Zeit, bevor 100 Jahre seit dem Ende des 1. Weltkrieg vergangen sind. Bis dahin ist Deutschland wieder einmal komplett ruiniert. Auch diesmal liegt es am Größenwahn deutscher Politiker, in diesem Fall der Euro-Retter. Frau Merkel und Herr Schäuble als Ober-Retter mit der rettungsbeseelten Opposition, die ja alle meinen, alles retten zu können, werden es zweifellos schaffen. Frei nach Herrn Blüm: Die Renten sind sicher - nämlich sicher vernichtet!

  • Das heisst, wir machen jetzt exakt denselben Fehler, den die amerikanischen Hypothekenbanken jahrelang gemacht haben: "Vergebe Kredit für Ramschpapiere !". Die EZB ist wirklich schon tief gesunken. Das Ende des Euro naht mit Riesenschritten.

  • Die EZB verkommt zum Zockerladen. Refinanzierungsgeschäfte ohne Sicherheiten zu unterstützen ist nichts anderes als ein Feuer mit Benzin löschen zu wollen.

  • Somit wird jetzt Geld gegeben, weil sich jemand in Spanien einen BMW auf Pump gekauft hat und den dann letztendlich nicht bezahlen kann.
    Und wahrscheinlich kaufen jetzt osteuropäische Händler günstige Gebrauchtautos im Süden auf und bringen sie nach Hause. Hat zumindest einer was davon.

  • Wow. Jetzt wirds also noch einfacher für die Banken ihre toxischen Papiere an die EZB abzuschieben. Im Prinzip ist das doch jetzt nichts anderes, als vergemeinschaftete Kredite (alle haften für die EZB-Miesen und D mit 27%) ohne strenge Auflagen an die Banken zu geben. Wenn also irgend eine Bank Pleite geht, dann werden die hinterlegten faulen Kredite abgeschrieben werden müssen, was zur Folge hat, dass die EZB auf den Miesen sitzen bleibt und sich von den beteiligten Staaten refinanzieren lässt. Das hat Lagarde doch gerade gefordert und schwups schon bekommen. Wie ist der Fachbegriff dafür noch mal? Eurobonds??, Ach ne, ist doch was gaaanz anderes. Hochfinanz halt. Das versteht ein normaler Bürger nicht.

  • Die deutschen Parlamentarier haben Verträgen zugestimmt, die aber nicht beachtet werden.

    Versteht man das als Einbindung des Bundestages? Wohl kaum.

    Muss dann Deutschland für die Misserfolge der EZB haften?

  • unfassbar diese Schmierenkommödie. Wann fällt da endlich mal der finale Vorhang. Applaus dann höchstens weil mir nicht weiter schlecht wird.

  • Der finale Euro-Crash wird wirklich für den Bürger und Steuerzahler eine Erlösung sein.
    Dieser sich seit 5 Jahren abspielende Bullshit Bingo ist nicht mehr zu ertragen.

    Schlagt der Politik das Primat der Idiotie aus den Händen!

  • Da bleibt der Rest der toxischen Schulden, vielleicht noch einmal 62 Milliarden Euro.
    Wahrscheinlich will sich Roland Berger damit
    als Ratinginstitut empfehlen. Dafür werden die Target2-Forderungen in die Höhe schießen und der Herr Berger hat seine Schuldigkeit getan. So etwas nennt man dann "Unabhängigkeit".

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